12

Ernährung, Sport und Alltag: Das Leben genießen!

Wer an Krebs erkrankt, soll­te ver­su­chen, den eige­nen Kräf­ten und Erfah­run­gen zu ver­trau­en, und so aktiv wie mög­lich wei­ter­hin am Leben teil­zu­neh­men.

A

Wie kann ich meinen Alltag wieder bewältigen?
__

Prostatakrebs überstanden - wie Sie das Leben wieder genießen! (c) qimono/Pixabay.com

Pro­sta­ta­krebs über­stan­den – wie Sie das Leben wie­der genie­ßen! © qimono/Pixabay.com

Die Dia­gno­se Pro­sta­ta­krebs schnei­det tief in den All­tag der Män­ner, aber auch der Ange­hö­ri­gen ein. Manch­mal ver­än­dert sich das Leben nur zeit­wei­se, etwa wäh­rend der Krebs­be­hand­lun­gen. So dürf­te kaum ein Mann jemals zuvor so vie­le Besu­che beim Arzt und ver­schie­dens­te Unter­su­chun­gen absol­viert haben. Denn Män­ner gehen ganz all­ge­mein sel­te­ner als Frau­en zum Dok­tor. Manch­mal beein­träch­tigt der Pro­sta­ta­krebs den All­tag dau­er­haft und führt zu Ein­schrän­kun­gen, etwa wenn die Tumor­er­kran­kung fort­ge­schrit­ten ist.

Dane­ben hin­ter­las­sen die Krebs­the­ra­pi­en selbst  Spu­ren und Nar­ben im gewohn­ten Leben. So lei­den vie­le Män­ner unter Erek­ti­ler Dys­funk­ti­on und Inkon­ti­nenz nach einer Pro­sta­ta-Op oder Bestrah­lung. Die Fati­gue – ein chro­ni­scher Erschöp­fungs­zu­stand – kann eben­falls die Fol­ge der Pro­sta­ta­krebs-Behand­lun­gen sein. Und die männ­li­che Psy­che ist meist auch ange­schla­gen.

Zurück ins Leben – das wünschen sich die meisten!

Die meis­ten wol­len wie­der in ihren All­tag und Beruf zurück­keh­ren und ein Stück weit Nor­ma­li­tät gewin­nen. Der Wunsch, das eige­ne Leben wei­ter nach den per­sön­li­chen Vor­stel­lun­gen zu leben, bleibt ja trotz Pro­sta­ta­krebs bestehen. Wer schon frü­her frei­se­freu­dig, sport­lich und sozi­al aktiv war, möch­te es auch wei­ter­hin sein. Für vie­le Män­ner ist es sogar eine per­sön­li­che Antriebs­quel­le, wie­der einen Lebens­zu­stand wie vor der Krebs­er­kran­kung zu errei­chen. Und das kann tat­säch­lich gelin­gen.

Ärz­te tra­gen ihren Teil dazu bei, dem Pro­sta­ta­krebs „Bei­ne zu machen“, sein Wachs­tum zu stop­pen oder sei­ne Rück­kehr zu ver­hin­dern. Aber Sie selbst kön­nen auch eini­ges tun, um sich kör­per­lich, see­lisch und geis­tig wie­der bes­ser zu füh­len: Set­zen Sie an Ihrem Lebens­stil an!

Gesunder Lebensstil

Wie gut hel­fen Ärz­te eigent­lich ihren Krebs­pa­ti­en­ten­ten, einen gesun­den Lebens­stil zu pfle­gen? Alle Ant­wor­ten »»

B

Ernährung – so essen Sie gesünder!
__

Dass eine gesun­de, aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung vor­beu­gend gegen Krebs wir­ken kann, ist inzwi­schen vie­len Men­schen bewusst. So sind Über­ge­wicht und Fett­lei­big­keit (Adi­po­si­tas) Risi­ko­fak­to­ren für ver­schie­de­ne Erkran­kun­gen, etwa die Zucker­krank­heit Typ-2-Dia­be­tes. Aber auch mit bestimm­ten Krebs­ar­ten steht ein zu hohes Kör­per­ge­wicht in Ver­bin­dung, zum Bei­spiel Darm­krebs oder Brust­krebs. Die allei­ni­gen Krank­heits­aus­lö­ser sind zu vie­le Kilos auf den Hüf­ten jedoch nicht! Es müs­sen immer meh­re­re Fak­to­ren zusam­men­kom­men, damit Krebs ent­steht.

Den­noch kön­nen Sie durch gesun­de Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten den Ver­lauf Ihres Pro­sta­ta­kreb­ses güns­tig beein­flus­sen. Hei­len kann eine Ernäh­rungs­um­stel­lung den Pro­sta­ta­krebs jedoch nicht. Wenn Sie gesund essen, ver­sor­gen Sie Ihren Kör­per mit wich­ti­gen Nähr­stof­fen, stär­ken den Orga­nis­mus und das Immun­sys­tem und brem­sen unter Umstän­den das Krebs­wachs­tum leicht.

Ernährung bei Krebs – es gibt keine Krebs-Diät
Auch wenn im Inter­net oft ande­res zu lesen ist: Es gibt kei­ne spe­zi­el­le Krebs­di­ät, mit denen Sie den Pro­sta­ta­krebs hei­len oder „aus­hun­gern“ kön­nen. Es genügt in der Regel voll­kom­men, wenn Sie sich aus­ge­wo­gen (medi­ter­ra­ne Kost) err­näh­ren. Aus­nah­me:  die tumor­be­ding­te Man­gel­er­näh­rung, unter der vie­le Krebs­kran­ke lei­den. Die­se müs­sen Ärz­te spe­zi­ell behan­deln. Alles über die Ernäh­rung bei Krebs lesen Sie hier!
Ernährung und Krebs – 10 TIpps zum Schutz!
C

Bewegung – fit im Alltag
__

Sport und Bewe­gung sind für die Gesund­heit enorm wich­tig. Auch bei Krebs spielt kör­per­li­che Akti­vi­tät eine wich­ti­ge Rol­le. Wer in Bewe­gung kommt und bleibt, hat weni­ger Beschwer­den, ist belast­ba­rer und gewinnt eine höhe­re Lebens­qua­li­tät. Eini­ge all­ge­mei­ne Tipps für Ihren sport­li­chen Anfang!

  • Schnü­ren Sie aber nicht ein­fach Ihre Jog­ging­schu­he und ren­nen los, son­dern las­sen Sie es lang­sam ange­hen. Trai­nie­ren Sie nicht auf Leis­tung, son­dern hören Sie in sich hin­ein und fin­den her­aus, was Ihnen gut tut. Begin­nen Sie zum Bei­spiel mit einem flot­ten Spa­zier­gang und stei­gern Sie dann die Trai­nings­in­ten­si­tät lang­sam.
  • Bevor Sie ins Fit­ness­stu­dio oder auf den Fuß­ball­platz gehen: Fra­gen Sie Ihren Arzt, ob er Sie für belast­bar genug hält und wel­che Art von Sport oder Bewe­gung für Sie infra­ge kommt.
  • Viel­leicht schlie­ßen Sie sich einer spe­zi­el­len Sport­grup­pe für Krebs­kran­ke an? Man­chen fällt das Sport­trei­ben in der Grup­pe leich­ter. Außer­dem macht es gemein­sam oft mehr Spaß.
  • Wenn Sie schon vor Ihrem Pro­sta­ta­krebs sport­lich aktiv waren: Grei­fen Sie die Sport­art wie­der auf, die Ihnen schon immer Spaß gemacht hat.
Sport bei Prostatakrebs – alle Fakten!
Sport bei Pro­sta­ta­krebs ist ein kos­ten­lo­ses Medi­ka­ment, das für jeden Mann zu haben ist. Heu­te wis­sen Ärz­te, dass es nicht immer Sport sein muss, son­dern jede Art von Bewe­gung zählt – von Unkraut­jä­ten bis Staub­saugen! Lesen Sie, wie Sie mehr Bewe­gung in Ihren All­tag brin­gen und wie sich dies auf Ihre Gesund­heit aus­wirkt!
Sport nach Prostatakrebs

Neue Leit­li­ni­en inter­na­tio­na­ler Exper­ten haben fest­ge­legt, wel­cher Sport und wie­viel Trai­ning es nach einer Krebs­er­kran­kung sein soll­te. Außer­dem: Gegen wel­che Beschwer­den kör­per­li­che Akti­vi­tät hilft!

Yoga bei Krebs – so hilft es!
D

Sozialleben – raus aus der Isolation!

__

Fussball oder andere Sportart: Raus aus den eigenen vier Wänden! (c) PublicDomainArchifes/Pixabay.com

Fuss­ball oder ande­re Sport­art: Raus aus den eige­nen vier Wän­den! © PublicDomainArchifes/Pixabay.com

Auch wenn Sie sich mit Ihrem Pro­sta­ta­krebs manch­mal am liebs­ten ver­krie­chen möch­ten: Neh­men Sie bewusst am gesell­schaft­li­chen Leben teil! Denn Fami­lie,  Freun­de und net­te Bekann­te spie­len für die Gesund­heit eine gro­ße Rol­le. „Wie gut ich in sozia­le Netz­wer­ke ein­ge­bun­den bin, ist zum Bei­spiel viel wich­ti­ger als die Fra­ge, wie ich mich ernäh­re“, sagt Psy­cho­so­ma­tik-Exper­te Pro­fes­sor Peter Hen­ningsen von der TU Mün­chen in einem Gespräch mit Spie­gel Online. Und der Wis­sen­schafts­jour­na­list Wer­ner Bar­tens schreibt: „Wer sich jeden Tag miss­mu­tig ein paar Löf­fel kalt gepress­tes Oli­ven­öl ein­flößt, der wird davon kei­nen gesund­heit­li­chen Nut­zen haben.“ Viel bes­ser sei es, einen Schwei­ne­bra­ten in gesel­li­ger Run­de zu genie­ßen. Tat­säch­lich haben zahl­rei­che Stu­di­en in den letz­ten Jah­ren nach­ge­wie­sen, dass ein intak­tes Sozi­al­le­ben gesund hält. Man kann es auch umge­kehrt for­mu­lie­ren: Ein­sam­keit macht krank!

Eini­ge Tipps, wie Sie am Sozi­al­le­ben wie­der teil­neh­men:

  • Neh­men Sie sich jeden Tag etwas vor, das Ihnen Freu­de macht und Ihnen einen Ener­gie­schub ver­leiht! Ver­ab­re­den Sie sich zum Bei­spiel mit Ange­hö­ri­gen oder Freu­den zum Aus­flug ins Grü­ne, einer Rad­tour, Kar­ten­spie­len am Abend oder einem guten Essen.
  • Über­le­gen Sie, wel­che Akti­vi­tä­ten Ihnen vor Ihrer Pro­sta­ta­krebs-Erkran­kung Spaß gemacht haben: Gehen Sie zum Bei­spiel ins Kino, ein Rock- oder Klas­sik­kon­zert, Thea­ter, Muse­um oder zu einer Lite­ra­tur­ver­an­stal­tung. Sie tun nicht nur etwas fürs sozia­le Mit­ein­an­der, son­dern auch noch etwas für Ihren Geist. Gegen ein anschlie­ßen­des Glas Wein oder Bier in net­ter Gesell­schaft spricht übri­gens nichts!
  • Gehen Sie in einen Sport­ver­ein oder ein gut betreu­tes Fit­ness­stu­dio! Sport holt jeden Men­schen aus der sozia­len Iso­la­ti­on her­aus. Es gibt ver­schie­dens­te Sport­ar­ten, die sich bei Pro­sta­ta­krebs aus­wir­ken, allen vor­an Aus­dau­er­sport. Aber auch Ball­sport­ar­ten, bei denen die Mann­schaft zählt, för­dern das Gemein­schafts­er­leb­nis. Vie­le Ver­ei­ne bie­ten auch Sport­an­ge­bo­te für (ehe­ma­li­ge) Krebs­kran­ke.
  • Auch ein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment för­dert den Team­geist. Es sorgt dafür, dass Sie sich gebraucht füh­len und nicht allei­ne in Ihren vier Wän­den sit­zen. Sie tun ande­ren etwas Gutes, was schließ­lich auch Ihr Wohl­ge­fühl und Selbst­wert­ge­fühl stär­ken kann. Sie kön­nen sich in Selbst­hil­fe­grup­pen für Pro­sta­ta­krebs (oder ande­re Krebs­ar­ten) enga­gie­ren, aber auch in Orga­ni­sa­tio­nen, die nichts Krank­hei­ten zu tun haben. Die Aus­wahl an Ange­bo­ten ist groß! Über­le­gen Sie, wel­che Art von Tätig­keit Ihnen gefal­len könn­te. Viel­leicht müs­sen Sie sich zunächst einen klei­nen Schubs geben. Ist der Anfang jedoch ein­mal gemacht, emp­fin­den vie­le das Enga­ge­ment für ande­re als sehr sinn­stif­tend und erfül­lend.
E

Nachsorge – darum ist sie wichtig!

__

Nachsorge bei Prostatakrebs: regelmäig zum Arzt gehen!

Nach­sor­ge bei Pro­sta­ta­krebs: regel­mä­ßig zum Arzt gehen!

Die Nach­sor­ge bei Pro­sta­ta­krebs ist enorm wich­tig. Auch wenn die regel­mä­ßi­gen Kon­troll­un­ter­su­chun­gen ner­ven­auf­rei­bend und zeit­rau­bend sind: Ihr Arzt erkennt einen mög­li­chen Rück­fall (Rezi­div) recht­zei­tig und kann schnell ein­schrei­ten! Lesen sie, wie oft Sie zur Nach­sor­ge gehen soll­ten, wel­che Unter­su­chun­gen er vor­nimmt und wie er Fol­gen der Krebthe­ra­pi­en behan­delt, etwa eine Inkon­ti­nenz, Erek­ti­le Dys­funk­ti­on oder Fati­gue.

 

PSA-Rezidiv erkennen

Ihr PSA-Wert steigt wie­der an nach einer Op oder Bestrah­lung? So erken­nen und behan­deln Ärz­te ein PSA-Rezi­div.

F

Gesundheits-Apps und Krebs-Apps

__

Mehr als 100.000 Gesund­heits-App sind auf dem Markt. Bei ihnen dreht sich alles um die Gesund­heit, das Wohl­be­fin­den und das Vor­beu­gen von Erkran­kun­gen. Aber auch Krebs­pa­ti­en­ten pro­fi­tie­ren von den digi­ta­len Hel­fern fürs Smart­pho­ne.

Krebs-Apps

Ernäh­rung, Bewe­gung, Sport, digi­ta­le Tage­buch oder Selbst­hil­fe – eine Über­sicht über die bes­ten Apps für Krebs­pa­ti­en­ten »»

Sport bei Pro­sta­ta­krebs

Sport bei Prostatakrebs: Dem Krebs können Männer davonlaufen!

Brin­gen Sie mehr Bewe­gung in Ihren All­tag und lau­fen Sie dem Pro­sta­ta­krebs davon!

Wir fil­men für Sie!

Alle Videos zu Forschung, Diagnostik und Behandlung von Prostatakrebs (c) felipe1785/Pixabay.com

Alle Vide­os zu For­schung, Dia­gnos­tik und Behand­lung von Pro­sta­ta­krebs!

Krebs­schutz für Män­ner

Prostatakrebs vorbeugen: Dem Krebs einfach davon radeln?

Kön­nen Män­ner einem Pro­sta­ta­krebs oder einem Rück­fall vor­beu­gen? Alle Ant­wor­ten!

A | Fragen und Antworten zu Prostatakrebs
__

Dr. Frank Schie­fel­bein, Würz­bur­ger Uro­lo­ge und Spe­zia­list für Pro­sta­ta­krebs, beant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen um das The­ma Pro­sta­ta.

+ mehr erfah­ren

01 | Früherkennung – was soll ich denn da?
__

Jähr­lich erkran­ken in Deutsch­land etwa 65 000 Män­ner an Pro­sta­ta­krebs – Ten­denz stei­gend. Früh erkannt ist Krebs zwar bes­ser behan­del­bar. Beim Pro­sta­ta­krebs muss den­noch…

+ mehr erfah­ren

Weitere externe Informationen
__

Alltag mit Krebs: Jeden Tag leben

von krebsinformationsdienst.de

Der Krebs­in­for­ma­ti­ons­dienst gibt hilf­rei­che Tipps zum Leben mit einer Krebs­er­kran­kung.

mehr erfah­ren

Ernährung und Krebs

von krebsgesellschaft.de

Eine gesun­de Ernäh­rung hilft, einer Viel­zahl von Krank­hei­ten vor­zu­beu­gen. Auch bei der Ent­ste­hung von Krebs spielt die Ernäh­rung mög­li­cher­wei­se eine wich­ti­ge Rol­le.

mehr erfah­ren

Essen nach Vorschrift: Lässt sich Krebs durch eine Diät…

von krebsinformationsdienst.de

Krebs­diä­ten ver­spre­chen oft, dass sich eine Krebs­er­kran­kung durch stren­ge Ernäh­rungs­vor­schrif­ten posi­tiv beein­flus­sen lässt. Doch Exper­ten war­nen – vor unse­riö­sen…

mehr erfah­ren

Schutz vor Infektionen bei Krebs: Praktische Tipps für jeden…

von krebsinformationsdienst.de

Wor­auf soll­te man beim Kochen, im Haus­halt und in der Frei­zeit ach­ten?

mehr erfah­ren

Bewegung und Sport bei Krebs

von krebsinformationsdienst.de

Wann nützt kör­per­li­che Akti­vi­tät, wann kann sie scha­den? Der Krebs­in­for­ma­ti­ons­dienst klärt auf.

mehr erfah­ren

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende

Logo der Bayerischen Krebsgesellschaft

Logo Facebook  Logo Twitter

© Pro­sta­ta Hil­fe Deutsch­land | Impres­sum | Daten­schutz