Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

Vie­le Män­ner haben mit zuneh­men­dem Alter Pro­ble­me beim Was­ser­las­sen. Doch wann han­delt es sich um eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung, wann um Pro­sta­ta­krebs? Ant­wor­ten vom Uro­lo­gen Dr. Frank Schiefelbein.

Viele Männer haben Prostatabeschwerden. Woran erkennen sie, ob eine gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs dahinter steckt?

Die Sym­pto­me, die ein Pro­sta­ta­krebs ver­ur­sa­chen kann, sind zunächst durch­aus ver­gleich­bar mit jenen einer gut­ar­ti­gen Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung. Letz­te­re ist kei­ne Sel­ten­heit: 70 bis 80 Pro­zent aller Män­ner haben irgend­wann mit zuneh­men­dem Alter eine ver­grö­ßer­te Pro­sta­ta. Dann haben sie Schwie­rig­keit beim Was­ser­las­sen, weil die zu gro­ße Pro­sta­ta die Harn­röh­re ein­engt: Der Harn­strahl wird abge­schwächt, sie brau­chen län­ger zum Was­ser­las­sen und müs­sen unter Umstän­den pres­sen, damit die Bla­se leer wird. Genau die­se kön­nen aber auch Sym­pto­me sein, die ein Pro­sta­ta­krebs her­vor­ruft. Denn die Pro­sta­ta ver­grö­ßert sich eben­falls durch einen bestehen­den Tumor. Er drückt viel­leicht genau­so auf die Harn­röh­re wie es bei der gut­ar­ti­gen Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung geschieht.

Wann sollen Männer besser ihren Arzt aufsuchen?

Jeder Mann soll­te bei Beschwer­den den Haus­arzt oder Uro­lo­gen auf­su­chen und die Pro­sta­ta unter­su­chen las­sen. Er kann fest­stel­len, ob eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung vor­liegt oder der Ver­dacht auf Pro­sta­ta­krebs besteht. Die Tast­un­ter­su­chung oder der PSA-Test lie­fern dafür wich­ti­ge Anhalts­punk­te. Eine Biop­sie, also eine Gewe­be­pro­be aus dem ver­däch­ti­gen Are­al der Pro­sta­ta, bringt dann end­güt­li­ge Klarheit.

Wie häufig sollte ein Mann zur Vorsorge zum Urologen gehen?

Das hängt vom Alter des Man­nes und sei­nem indi­vi­du­el­len Risi­ko ab. Rat­sam ist eine Basis­vor­sor­ge ab dem 40. Lebens­jahr, wenn eine fami­liä­re Belas­tung vor­liegt, also schon Pro­sta­ta­krebs in der Fami­lie vor­kommt. Dann ist zum Bei­spiel der Bru­der, Vater oder Groß­va­ter an Pro­sta­ta­krebs erkrankt. In die­sem Fall ist die Früh­erken­nung von Pro­sta­ta­krebs schon in jün­ge­ren Jah­ren rat­sam. Für Män­ner, bei denen dies nicht der Fall ist, genügt die Krebs­früh­erken­nung ab dem 45. Lebens­jahr. Vor die­sem Alter ist der Pro­sta­ta­krebs eine Seltenheit.

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