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Prostatadiagnostik: „KI plus Arzt sind besser"
25. März 2025Die Künstliche Intelligenz „KI“ ist aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Der Urologe und Informatiker Dr. Fabian Siegel erklärt, wie sich die KI bei Erkrankungen der Prostata nutzen lässt.
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Herr Dr. Siegel*, um die Künstliche Intelligenz KI herrscht derzeit ein ziemlich großer Hype. Sie ist auch schon tief in alle gesellschaftlichen Bereiche eingesickert. Welche Rolle spielt die KI bei Prostataerkrankungen?
Die KI kann hauptsächlich bei der Diagnostik einer Prostataerkrankung helfen. In diesem Bereich ist sie inzwischen sehr gut geworden. Sie kann den Arzt oder die Ärztin vor allen Dingen dabei unterstützen, Entscheidungen schneller und mit einer höheren Qualität zu treffen – und zwar auch unter Stress und in Ermüdungssituationen. In der Bildverarbeitung hat die KI ihre Vorteile.
Die KI ist Fluch und Segen zugleich. Worin sehen Sie die Gefahren der KI?
Ein Problem, dass wir für die KI sehr viele Daten brauchen. Wir müssen diese Daten datenschutzkonform erheben, sammeln und später auch zur Verfügung stellen. Außerdem kommt es darauf an, mittels KI die richtigen Aussagen zu treffen. Wir dürfen uns nicht zu 100 Prozent auf die Künstliche Intelligenz verlassen, sondern müssen darauf achten, dass ein Arzt oder eine Ärztin auch weiterhin mit dem Patienten die Entscheidungen trifft. Denn auch die KI kann Fehler machen.
Die große Hoffnung der KI liegt in der Diagnostik. Vielleicht kann die KI bald sehr viel besser als jeder Mediziner Bilder interpretieren und somit auch die besseren Therapieentscheidungen treffen.
Das stimmt. Es gibt sehr gute Studiendaten, dass die KI besser ist als der Arzt. Diese Untersuchungen zeigen aber auch, dass die KI plus der Arzt besser sind als jeweils einzeln. Ihre jeweiligen Fähigkeiten ergänzen sich also gut. Die KI kann zum Beispiel verschiedene Muster besonders gut erkennen. Der Arzt kann wiederum ungewöhnliche Dinge auf Bilder entdecken, welche die KI eben nicht gelernt hat.
Wenn ich Sie richtig verstehe, wird der Arzt auf sehr lange Sicht unverzichtbar bleiben im Prozess der Diagnose und Therapiefindung.
Auf jeden Fall! Ich glaube, es wäre auch eine schlimme Welt, wenn wir uns nur noch mit Computern beschäftigen und nicht mehr miteinander reden würden. Der Arzt ist nicht nur als Korrektiv da, sondern er erklärt die Sachlage und ist auch wirklich eng an der Seite seines Patienten. Beide treffen Entscheidungen gemeinsam im Team.
*Dr. Fabian Siegel ist Facharzt für Urologie und Informatiker. Er ist in der Abteilung für Biomedizinische Informatik an der Medizinischen Fakultät Mannheim tätig. Er ist kommissarischer Leiter des molekularen Tumorboards.