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Vergrößerte Prostata: „Die meisten Männer brauchen keine OP"

26. März 2025

Die gutartige Prostatavergrößerung betrifft irgendwann fast jeden Mann. Welche Behandlungen gibt es und wie finde ich die richtige Therapie für mich? Antworten vom Urologen Prof. Jost von Hardenberg.

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Herr Professor von Hardenberg, welche Therapiemöglichkeiten habe ich bei einer Prostatavergrößerung?

Es gibt zahlreiche Therapieoptionen, das ist fast ein Dschungel an Möglichkeiten. Wir haben die etablierten Verfahren wie die TURP, aber seit einigen Jahren setzt sich das Laserverfahren HoLEP oder ThuLEP immer mehr durch. Es gibt aber auch neuere Verfahren wie Aquaablation, iTIND, die Prostataembolisation, Urolift – die Prostata-Anker - , roboterassistierte Verfahren oder offene OP-Methoden.

Alleine schon beim Zuhören schwirrt einem der Kopf - so viele Therapieverfahren und Möglichkeiten. Wie soll ich denn da eine Behandlung finden, die zu mir passt?

Also erst einmal müssen Sie Ihre Prostatagröße finden, das ist das Entscheidende. Dann spielt die Art des Wachstums eine Rolle, zum Beispiel, ob die Prostata in die Blase hineinwächst oder nicht. Auch von Ihren Vorerkrankungen, der Einnahme von Medikamenten und Ihren Vorstellungen und Wünschen hängt die Wahl der Therapie ab. Die Frage ist, ob Sie das Thema ein für alle Mal erledigt haben möchten, oder ob sie es in Kauf nehmen würden, dass nach ein paar Jahren noch eine weitere Therapie notwendig ist.

Also brauche ich auf jeden Fall einen guten Urologen, der mich sehr gut begleitet und nach Möglichkeit eine maßgeschneiderte Therapie für mich findet.

Genau, Ihr Urologe hat ja viel Erfahrung mit der Prostatavergrößerung. Er kann genau einschätzen, welche Verfahren für Sie in der in der jeweiligen Situation sinnvoll wären.

Gibt es auch die Möglichkeit, eine vergrößerte Prostata allein mit Medikamenten zu therapieren?

Medikamente gibt es zahlreiche. Man kann sie auch miteinander kombinieren. Manche Medikamente können die Prostata auch nachhaltig verkleinern. Dazu gehören sogenannte 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, die aber Nebenwirkungen verursachen können. Letztlich hängt die Entscheidung von der Frage ab: Vertragen Sie die Medikamente und können sie die Symptome der Prostatavergrößerung lindern? Manchmal bessern sich die Symptome ja über einige Jahre und dann ist eine Operation trotzdem unausweichlich. Aber die meisten Patienten - das ist die gute Nachricht - brauchen keine Operation.

* Prof. Dr. Jost von Hardenberg ist Facharzt für Urologie am UROLOGIE Zentrum Kiel. An der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat er die außerplanmäßige Professur inne.