FAQ zum Thema PSA-Wert

Was ist eigent­lich das PSA? Was bedeu­tet es, wenn das PSA erhöht ist? Und soll ich den PSA-Wert unter­su­chen las­sen? Lesen Sie unse­re Ant­wor­ten auf die häu­figs­ten Fra­gen rund um den umstrit­te­nen Bio­mar­ker. Von Mar­ti­na Häring

Was ist der PSA-Wert?

PSA ist die Abkür­zung für Pro­sta­ta-spe­zi­fi­sches Anti­gen. Dabei han­delt es sich um ein Eiweiß, das aus­schließ­lich die Zel­len der Pro­sta­ta bil­den. PSA ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Pro­sta­ta­flüs­sig­keit: Es ver­dünnt das Sekret und sorgt dafür, dass sich die Samen­zel­len gut bewe­gen kön­nen. In gerin­gen Men­gen ist PSA auch im Blut nach­weis­bar – und das macht man sich beim PSA-Test zunut­ze. Der Arzt nimmt einem Mann dabei Blut ab und Labor­me­di­zi­ner bestim­men im Anschluss den PSA-Wert. Aller­dings gelan­gen bei jedem Mann stän­dig gerin­ge Men­gen PSA ins Blut, weil die Pro­sta­ta gut durch­blu­tet ist. Bei gesun­den, jun­gen Män­nern bleibt der PSA-Wert aber unter einer bestimm­ten Gren­ze. Im Alter steigt das PSA gewöhn­lich an.


Was sagt der PSA-Wert bei der Früherkennung aus?

Über­steigt der PSA-Wert im Blut eine bestimm­te Gren­ze oder erhöht er sich unge­wöhn­lich schnell, kann dies ein frü­her Hin­weis auf Pro­sta­ta­krebs (Pro­statakar­zi­nom) sein. Es gibt aber auch eine Rei­he harm­lo­ser Ursa­chen, die den PSA-Wert anstei­gen las­sen. Dazu gehören:

  • Pro­sta­ta­ent­zün­dung (Pro­sta­ti­tis)
  • gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung (benig­ne Prostatahyperplasie)
  • Harn­wegs­ent­zün­dung
  • Druck auf die Pro­sta­ta, etwa beim Rad­fah­ren oder Sex.

Grund­sätz­lich gilt: Je höher der PSA-Wert ist, des­to grö­ßer die Wahr­schein­lich­keit, dass sich ein Pro­statakar­zi­nom dahin­ter verbirgt.

Was sagt der PSA-Wert im Verlauf einer Krebserkrankung aus?

Ärz­te zie­hen den PSA-Wert nicht nur zur Früh­erken­nung von Pro­sta­ta­krebs her­an, son­dern auch, um den Erfolg einer Krebs­be­hand­lung und den Ver­lauf der Krebs­er­kran­kung zu beur­tei­len. Steigt der PSA-Wert im Blut nach einer erfolg­rei­chen Krebs­the­ra­pie erneut an, ist dies ein Hin­weis dar­auf, dass der Pro­sta­ta­krebs zurück­ge­kehrt ist. Krebs­ärz­te bezeich­nen das Wie­der­auf­tre­ten des bös­ar­ti­gen Tumors als Rück­fall oder Rezidiv.


Ab wann gilt der PSA-Wert als erhöht?

Datum: 06.03.2018

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  • Bei gesun­den Män­nern liegt der Nor­mal­wert zwi­schen 0 und höchs­tens 4 ng/ml (Nano­gramm pro Mil­li­li­ter) Blut.
  • PSA-Wer­te zwi­schen 2 und 4 ng/ml stu­fen die meis­ten Ärz­te als kon­troll­be­dürf­tig ein, beson­ders bei jün­ge­ren Männern.
  • All­ge­mein gilt: Bei einem PSA über 1 ng/ml soll­ten Män­ner den PSA-Test alle zwei Jah­re, bei Wer­ten über 2 ng/ml jähr­lich wie­der­ho­len (sie­he auch: Wie oft soll­te der PSA-Wert bestimmt werden?).


Ab welchem PSA-Wert ist eine Biopsie ratsam?

Zu einer Gewe­be­pro­be – der Biop­sie - raten Ärz­te, wenn der PSA-Wert 4 ng/ml über­steigt und eine zwei­te Kon­troll­mes­sung die­sen Wert bestä­tigt hat. Auch wenn der PSA-Wert im Lauf meh­re­rer Mes­sun­gen immer wei­ter ansteigt, ist eine Biop­sie emp­feh­lens­wert.


Bedeutet ein normaler PSA-Wert, dass sicher kein Prostatakrebs vorliegt?

Ein nor­ma­ler PSA-Wert ist kei­ne Garan­tie dafür, dass kein Pro­statakar­zi­nom vor­liegt. Umge­kehrt bedeu­tet ein erhöh­ter PSA-Wert nicht zwangs­läu­fig, dass Sie Pro­sta­ta­krebs haben. Bei 15 Pro­zent der Fäl­le zeigt sich der bös­ar­ti­ge Tumor in der Pro­sta­ta nicht durch einen erhöh­ten PSA-Wert. Fin­det der Arzt beim Abtas­ten der Pro­sta­ta Auf­fäl­lig­kei­ten, klärt er sie immer ab – auch wenn der PSA-Wert im Norm­be­reich liegt. Den­noch gilt der PSA-Wert als sehr emp­find­li­che Dia­gno­se­me­tho­de, um Pro­sta­ta­krebs früh­zei­tig aufzuspüren.


Wie lauten die aktuellen Empfehlungen zur Früherkennung mittels PSA?

Nach den der­zei­ti­gen Emp­feh­lun­gen der Deut­schen Gesell­schaft für Uro­lo­gie (DGU) soll­ten Män­ner ab 45 Jah­ren ein­mal jähr­lich die Früh­erken­nung auf Pro­sta­ta­krebs wahr­neh­men. Man­che Män­ner besit­zen ein erhöh­tes Risi­ko für Pro­sta­ta­krebs, etwa wenn Fami­li­en­mit­glie­der erkrankt sind. Sie begin­nen schon fünf Jah­re frü­her mit den Vor­sor­ge­maß­nah­men. Ärz­te tas­ten dabei die Pro­sta­ta, Geni­ta­li­en und die Lymph­kno­ten in die­ser Regi­on ab. Die DGU rät auch zur Bestim­mung des PSA-Wertes.

Der PSA-Test ist jedoch noch kein Teil der gesetz­li­chen Früh­erken­nungs­maß­nah­men, weil sein Nut­zen noch umstrit­ten ist. Aller­dings wird die Ein­füh­rung des PSA-Scree­nings der­zeit in Deutsch­land dis­ku­tiert. Anders ist es bei Män­nern, die schon an Pro­sta­ta­krebs erkrankt sind: Hier hat der PSA-Test einen wich­ti­gen Stel­len­wert bei der Krebskontrolle.

Wich­tig ist, dass der Arzt jeden Mann vor der Unter­su­chung über die Vor- und Nach­tei­le der Früh­erken­nung anhand des PSA-Werts gut informiert.


Warum ist der PSA-Test umstritten?

Der­zeit gibt es in Deutsch­land noch kei­ne Emp­feh­lung für ein all­ge­mei­nes PSA-Scree­ning, also eine flä­chen­de­cken­de Rei­hen­un­ter­su­chung aller Män­ner eines bestimm­ten Alters auf Pro­sta­ta­krebs. Eine Gefahr ist, dass der PSA-Test fal­schen Alarm schlägt: Der PSA-Wert ist zwar erhöht, aber die anschlie­ßen­de Biop­sie hat kei­nen Pro­sta­ta­krebs erge­ben. Die Män­ner wur­den unnö­tig beunruhigt.

Ein wei­te­res Risi­ko von Scree­ning-Unter­su­chun­gen ist, dass Uro­lo­gen auch jene Pati­en­ten dia­gnos­ti­zie­ren und behan­deln, die eigent­lich kei­ner The­ra­pie bedurft hät­ten. Oft ent­wi­ckelt sich Pro­sta­ta­krebs näm­lich erst in höhe­rem Lebens­al­ter und in vie­len Fäl­len wächst er lang­sam. Zu Leb­zei­ten hät­te der betrof­fe­ne Mann die Aus­wir­kun­gen unter Umstän­den gar nicht zu spü­ren bekommen.

Ein PSA-Scree­ning ist aber nur dann sinn­voll, wenn klar belegt ist, dass der Nut­zen den mög­li­chen Scha­den in Form von Über­dia­gno­sen und Über­the­ra­pi­en über­wiegt. Beim PSA-Wert sind sich die Exper­ten dar­über noch nicht einig.


PSA-Früherkennung – Vor- und Nachteile in Zahlen

Was geschieht, wenn 1000 Män­ner einem PSA-Scree­ning teil­neh­men? Die­se Fra­gen haben sich For­scher gestellt und den Nut­zen und Scha­den anhand der Ergeb­nis­se aus einer gro­ßen euro­päi­schen Stu­die in Zah­len gepackt – sie sind aller­dings nur Schätzungen!

Von 1000 Män­nern, die an einem PSA-Scree­ning teilnehmen …

  •  … haben 760 Män­ner ein unauf­fäl­li­ges Ergebnis.
  • … haben 240 Män­ner einen erhöh­ten PSA-Wert und unter­zie­hen sich einer Biop­sie. 140 die­ser Män­ner haben kei­nen Pro­sta­ta­krebs und der PSA-Test hat fal­schen Alarm aus­ge­löst. Bei 100 Män­nern dia­gnos­ti­zie­ren Ärz­te dage­gen Pro­sta­ta­krebs und sie bekom­men eine Krebs­be­hand­lung. 30 die­ser Män­ner erhal­ten die Krebs­dia­gno­se auf­grund von Tumo­ren und Zell­ver­än­de­run­gen, die sich ohne PSA-Früh­erken­nung gar nicht bemerk­bar gemacht hät­ten. Ein Teil der Män­ner wird viel­leicht unnö­tig behan­delt. Etwa drei Män­ner bewahrt der PSA-Test vor Meta­sta­sen in ande­ren Orga­nen und etwa zwei Män­ner vor dem Tod durch Prostatakrebs.


Wie oft sollten Männer den PSA-Wert bestimmen lassen?

In wel­chem Zeit­in­ter­vall Män­ner den PSA-Wert mes­sen las­sen soll­ten, hängt von der Höhe des Wer­tes und ihrem Alter ab. Für Män­ner ab 45 Jah­ren mit einer geschätz­ten Lebens­er­war­tung von mehr als zehn Jah­ren gilt:

  • PSA unter 1 ng/ml: Inter­vall alle 4 Jahre
  • PSA 1 bis 2 ng/ml: Inter­vall alle 2 Jahre
  • PSA über 2 ng/ml: Inter­vall jedes Jahr

Für Män­ner über 70 Jah­ren und einem PSA-Wert unter 1ng/ml ist kei­ne wei­te­re Früh­erken­nung durch die Bestim­mung des PSA-Wer­tes empfohlen.


Bezahlen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen den PSA-Test?

Der PSA-Test ist – mit weni­gen Aus­nah­men – kei­ne Leis­tung der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen. Bei pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen hängt es vom ein­zel­nen Ver­trag ab, ob sie die Kos­ten für die Bestim­mung des PSA-Wer­tes übernehmen.


Wie viel kostet ein PSA-Test?

Vie­le Ärz­te bie­ten den PSA-Test als indi­vi­du­el­le Gesund­heits­leis­tung (IGeL) an, die Män­ner selbst bezah­len müs­sen. Die Kos­ten für den PSA-Test lie­gen zwi­schen 15 und 20 Euro. Rech­net man das Arzt­ge­spräch und wei­te­re Unter­su­chun­gen hin­zu, müs­sen Män­ner etwa 50 Euro veranschlagen.

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