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HIFU: Ultraschall gegen Prostatakrebs
17. März 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüftBei einer HIFU wird Prostatakrebs mittels Ultraschallwellen „verkocht“. Lesen Sie, für wen sich die HIFU eignet, wie sie abläuft und welche Vorteile, Nachteile und Nebenwirkungen die Krebsbehandlung besitzt.
Kurzüberblick
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Was ist die HIFU bei Prostatakrebs?
HIFU ist die Abkürzung für „hochintensivierter, fokussierter Ultraschall“. Diese Methode zur Behandlung von Prostatakrebs mit Hilfe von energiereichen Ultraschallwellen ist noch vergleichsweise neu. Die HIFU gehört zu den sogenannten fokalen Therapien (fokal von lat. „fokus“ für „Herd“ oder „Brennpunkt“).
Bei einer HIFU behandeln Ärztinnen und Ärzte nicht die gesamte Prostata, sondern nur den erkrankten Teil, in dem sich die Krebsherde befinden. Anders ist es bei den Standardtherapien wie der radikalen Prostatektomie, Strahlentherapie von außen über die Haut (perkutan) oder der Bestrahlung von innen, der Brachytherapie. Hier wird die gesamte Prostata behandelt.
HIFU ist ein nicht-invasives, unblutiges Verfahren. Der Eingriff gilt als schonender, weil er ohne große Schnitte auskommt. Die Methode besitzt vermutlich weniger Nebenwirkungen und Sie erholen sich schneller wieder von dem Eingriff. Das Ziel dieser Teildrüsenbehandlung ist immer die Heilung des Prostatakarzinoms.
Wie funktioniert HIFU?
Beim hochintensivierten, fokussierten Ultraschall richten Ärztinnen und Ärzte energiereiche Ultraschallwellen gebündelt und gezielt nur auf den Tumor, seltener auch auf die gesamte Prostata. Ziel ist es, möglichst nur die Krebszellen zu zerstören und umliegendes gesundes Gewebe bestmöglich zu schonen.
Als Energiequelle bei der HIFU dient ein sogenannter piezoelektrischer Transducer, der spannungsabhängig Ultraschallwellen verschiedener Frequenz erzeugt. Das Gewebe absorbiert die Ultraschallenergie, wird dadurch erhitzt und stirbt ab (Nekrose).
Wie läuft HIFU ab und wie lange dauert sie?
Eine HIFU führen Ärztinnen und Ärzte unter einer regionalen Narkose (Teilnarkose, lokale Anästhesie) oder unter Vollnarkose durch. Der Ablauf lässt sich ungefähr so beschreiben:
- Während des Eingriffs liegen Sie auf dem Operationstisch meist auf der Seite.
- Über den Enddarm wird eine ungefähr löffelgroße HIFU-Ultraschallsonde eingeführt und in die Nähe der Prostata vorgeschoben.
- Auf dem Bildschirm können Ärztinnen und Ärzte die Prostata in 3 D sehen. Am Monitor planen und steuern sie HIFU-Behandlung.
- Dann geben sie die Ultraschallwellen gezielt und punktgenau auf das Krebsgewebe ab.
- Beim Einsatz von hochintensiviertem Ultraschall wird sehr viel Energie freigesetzt – und damit auch Wärme. Die Sonde wird gekühlt, damit die Darmwand nicht heiß wird und Schaden nimmt. An jenen Stellen, auf die der gebündelte Ultraschall trifft, entstehen Temperaturen von bis zu 90°C. Der Ultraschall „verkocht“ also das Prostatagewebe und zerstört so die Krebszellen. Dieser „Brennpunkt“ lässt sich mit Sonnenstrahlen vergleichen, die durch eine Lupe gebündelt werden. Die Gewebereste baut der Körper anschließend selbst ab. Zum Teil werden sie auch mit dem Urin ausgeschieden.
- Manchmal müssen Ärztinnen und Ärzte mehrere Punkte in der Prostata behandeln. Die Dauer der HIFU-Behandlung kann daher verschieden sein, meist zwischen ein und drei Stunden.
- Nach dem Eingriff erhalten Sie einen Blasenkatheter, der die Harnröhre offen halten und das Wasserlassen erleichtern soll. Den Blasenkatheter müssen Sie für ein bis zwei Wochen tragen.
- Nach der HIFU bleiben Sie für kurze Zeit in der Klinik (ein oder mehrere Tage) und erholen sich. Ärztinnen und Ärzte kontrollieren Ihren Gesundheitszustand und prüfen, ob Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten.
Es gibt verschiedene HIFU-Geräte und Techniken. Manchmal erfolgt vor der HIFU eine Transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Diese Behandlung kommt normalerweise bei einer gutartigen Prostatavergrößerung zum Einsatz. Dadurch soll sich das Risiko für Komplikationen und Nebenwirkungen senken lassen. Dazu gehören zum Beispiel Verengungen des Blasenausgangs oder Harnverhalte nach der OP (Harnretentionen). Bei der TURP schälen Ärztinnen und Ärzte die Prostata mit Hilfe spezieller Instrumente aus.
HIFU Der Urologe Dr. Tobias Egner erklärt im Interview, was Männer bei einer HIFU im OP-Saal erwartet. | ![]() |
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Für wen ist die HIFU geeignet?
Fokale Therapien wie die HIFU eignen sich nicht für jeden Mann. Ärztinnen und Ärzte setzen die HIFU derzeit nur bei lokal begrenztem Prostatakrebs ein. Bei diesen Männern ist der Prostatakrebs noch auf die Vorsteherdrüse beschränkt und hat noch nicht die Kapsel durchbrochen. Es gibt auch keine Fernmetastasen, zum Beispiel in den Knochen.
Auch zur Behandlung eines Lokalrezidivs lässt sich die HIFU nach einer perkutanen Strahlentherapie einsetzen (als sogenannte Salvage-HIFU). Zu beachten ist, dass die Ultraschallbehandlung derzeit noch als experimentell gilt. Ärztinnen und Ärzte sollten sie deshalb nur im Rahmen klinischer Studien durchführen.
Für Männer mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakarzinom ist die HIFU-Behandlung nicht empfohlen. Dann hat sich der Prostatakrebs schon über die Kapsel hinaus ausgebreitet beziehungsweise er hat Krebsabsiedlungen (Metastasen) in weiter entfernten Organen gebildet, meist zuerst in den Knochen.
Beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom lassen sich auf der Basis der vorliegenden Daten noch keine verlässlichen Aussagen zum Nutzen und zu den Nebenwirkungen treffen, schreiben die Autorinnen und Autoren der Leitlinie „Prostatakarzinom“ zur HIFU. Für den lokal fortgeschrittenen Prostatakrebs sind deshalb alternative Behandlungen empfohlen.
HIFU – Vorteile, Nachteile, Nebenwirkungen
Ein Vorteil der HIFU ist, dass sie eine relativ schonende Methode bei Prostatakrebs und nur wenig invasiv ist. Ein größerer Schnitt wie bei der Entfernung der Prostata ist nicht nötig. Die meisten Männer erholen sich rasch wieder von der Prostata-OP.
Ärzte und Ärztinnen wissen aber noch nicht genau, ob die HIFU genauso wirksam und sicher ist wie herkömmliche Verfahren. Auch zu den Nebenwirkungen und Langzeitfolgen gibt es derzeit noch keine ausreichenden Studiendaten.
Folgende Nebenwirkungen sind nach einer HIFU möglich:
- Verengungen der Harnröhre
- Probleme beim Wasserlassen, Harnverhalt
- Harnwegsinfekte
- Harninkontinenz
- Erektile Dysfunktion – meist nur kurzzeitig
- sehr selten: Fisteln im Darm
- langfristige Nebenwirkungen und Spätfolgen sind noch nicht genau bekannt
HIFU: Wer übernimmt die Kosten?
Die meisten gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die HIFU-Behandlung, wenn Ärztinnen und Ärzte die medizinische Notwendigkeit (Indikation) feststellen. Fragen Sie aber zur Sicherheit vorher bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung nach, ob sie die Therapie bezahlt. Denn eine feste Regelung oder Verpflichtung zur Kostenübernahme gibt es bisher nicht.
FAQs: HIFU bei ProstatakarzinomWas kostet eine HIFU-Behandlung der Prostata? Die Kosten der HIFU-Behandlung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Meist liegen sie bei mehreren Tausend Euro. Sie umfassten verschiedene ärztliche Leistungen wie das Aufklärungsgespräch, die Narkose und die HIFU-Operation selbst. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung, ob sie die Kosten trägt. Was kann bei HIFU schief gehen? Die HIFU ist eine Operation, bei der nur selten etwas schief geht, wenn Operateurinnen und Operateure mit Erfahrung den Eingriff durchführen. Wie jede OP besitzt auch die HIFU jedoch einige Risiken. So kann zum Beispiel die Harnröhre anschließend eingeengt sein oder es können Probleme beim Wasserlassen vorkommen. Wie lange hält die Wirkung eine HIFU-Behandlung? Es ist noch nicht vollständig aufgeklärt, wie gut die Wirksamkeit und Sicherheit (Zeit ohne Rückfall oder Rezidiv) der HIFU im Vergleich zu Standardbehandlungen wie der Prostatektomie und Strahlentherapie sind. Derzeit wird die HIFU nur bei lokal begrenztem Prostatakrebs eingesetzt und ist nur innerhalb von Studien empfohlen. HIFU der Prostata – welche Klinik? Eine HIFU der Prostata können sie zum Beispiel in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum durchführen lassen. In dieser Klinik arbeiten Fachleute verschiedenster medizinischer Disziplinen und Gesundheits- und Pflegefachkräfte eng im Team. Auch ein Comprehensive Cancer Center (CCC), das es meist in größeren Universitätsstädten gibt, ist eine gute Klinik für die HIFU. |
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