Neues Coronavirus Sars-CoV‑2 – Tipps für Krebspatienten

Men­schen mit einer Grund­er­kran­kung wie Krebs gehö­ren zur Risi­ko­grup­pe für die Atem­wegs­er­kran­kung Covid-19. Lesen Sie, wel­che Tipps für Krebs­pa­ti­en­ten zum Schutz vor dem neu­en Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 rat­sam sind. Von Ingrid Mül­ler

Das neue Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 ist für man­che Men­schen beson­ders gefähr­lich. Dazu gehö­ren Per­so­nen mit bestimm­ten Grund­er­kran­kun­gen, zum Bei­spiel einer Krebs­krank­heit (auch Pro­sta­ta­krebs). Daten aus Chi­na deu­ten zudem dar­auf hin, dass die Atem­wegs­er­kran­kung Covid-19 Män­ner här­ter trifft und sie schwe­re­re Ver­läu­fe erle­ben als Frau­en. Auch Per­so­nen ab dem 60. Lebens­jahr gehö­ren zur Risi­ko­grup­pe. In Chi­na tra­ten die meis­ten Todes­fäl­le bei über 80-Jäh­ri­gen auf – und Män­ner waren häu­fi­ger betrof­fen als Frau­en.

Wie gefährlich sind Sars-CoV‑2 und Covid-19 bei Krebs?

Wie Krebs­pa­ti­en­ten auf das neue Virus Sars-CoV‑2 reagie­ren, ist der­zeit noch weit­ge­hend unklar. Es gibt nur weni­ge Fall­be­rich­te dazu. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt haben Wis­sen­schaft­ler noch kei­ne erhöh­te Erkran­kungs­ra­te bei Krebs­pa­ti­en­ten fest­ge­stellt. Ärz­te gehen jedoch davon aus, dass Men­schen mit einem geschwäch­ten Immun­sys­tem – und das ist bei Krebs­pa­ti­en­ten der Fall – ganz all­ge­mein schnel­ler und viel­leicht auch schwe­rer erkran­ken als zuvor gesun­de Men­schen. Die Abwehr­kräf­te kön­nen aus ver­schie­de­nen Grün­den geschwächt sein, zum Bei­spiel durch:

  • Krebs­be­hand­lun­gen: Sie kön­nen das Immun­sys­tem wäh­rend und kurz nach der The­ra­pie schwä­chen. Zum Ein­satz bei Krebs kom­men zum Bei­spiel die Che­mo­the­ra­pie und Strah­len­the­ra­pie, aber bei man­chen Krebs­ar­ten auch eine Stamm­zell- oder Immun­the­ra­pie.
  • Lang­fris­ti­ge Ein­nah­me bestimm­ter Medi­ka­men­te, die das das Immun­sys­tem unter­drü­cken. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Ste­ro­ide wie Kor­ti­son oder Anti­kör­per.

Gefähr­lich kann es wer­den, wenn sich Krebs­pa­ti­en­ten nicht nur die Virus­in­fek­ti­on der Atem­we­ge zuzie­hen, son­dern sich oben­drein mit Bak­te­ri­en oder Pil­zen infi­zie­ren. Die­se Erre­ger haben dann leich­te­res Spiel, weil das Immun­sys­tem schon geschwächt ist. Sie kön­nen in die Atem­we­ge ein­drin­gen und fin­den dort einen idea­len Nähr­bo­den zur Ver­meh­rung vor. So kön­nen Bak­te­ri­en eine schwe­re Lun­gen­ent­zün­dung ver­ur­sa­chen. Bespre­chen Sie mit Ihrem Arzt, wel­ches indi­vi­du­el­le Risi­ko Sie haben.

Coronavirus Sars-CoV‑2: Worauf sollten Krebspatienten achten?

Die all­ge­mei­nen Schutz­maß­nah­men für die Bevöl­ke­rung gel­ten auch für Krebs­pa­ti­en­ten. Die Deut­sche Gesell­schaft für Häma­to­lo­gie und medi­zi­ni­sche Onko­lo­gie (DGHO) sowie die Iri­sche Krebs­ge­sell­schaft (ICS) emfeh­len fol­gen­de Maß­nah­men:

Coronavirus – Schutz-Tipps für Krebspatienten
  • Waschen und des­in­fi­zie­ren Sie Ihre Hän­de regel­mä­ßig mit alko­hol­ba­sier­ten Lösun­gen, wenn Sie in Kon­takt mit ande­ren Men­schen kom­men. Hän­de­wa­schen ist auch vor dem Essen, nach dem Toi­let­ten­gang, nach dem Kon­takt der Hän­de mit dem Gesicht oder vor dem Nach­haus­kom­men rat­sam.
  • Hal­ten Sie Abstand zu Men­schen mit Infek­ten und gehen Sie frei­wil­lig in die Iso­la­ti­on. Mei­den Sie grö­ße­re Men­schen­an­samm­lun­gen, etwa in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln oder auf gro­ßen Ver­an­stal­tun­gen.
  • Ach­ten Sie auf ers­te Krank­heits­zei­chen wie Hus­ten, Hals­krat­zen, Schnup­fen und Fie­ber – rufen Sie Ihren behan­deln­den Arzt an (nicht in die Arzt­pra­xis lau­fen!). Glei­ches gilt, wenn Sie aus einem Risi­ko­ge­biet zurück­ge­kehrt sind und Sym­pto­me von Covid-19 ent­wi­ckeln. Die Zeit zwi­schen der Anste­ckung und dem Aus­bruch der Erkran­kung (Inku­ba­ti­ons­zeit) beträgt durch­schnitt­lich sechs bis sie­ben Tage. Es kön­nen auch bis zu 14 Tage ver­ge­hen (daher die 14-täti­ge Qua­ran­tä­ne). Danach gilt eine Infek­ti­on als prak­tisch aus­ge­schlos­sen.
  • Fas­sen Sie sich nicht mit unge­wa­sche­nen Hän­den an die Augen, Nase oder den Mund – Sie könn­ten auf die­se Wei­se Viren über­tra­gen.
  • Rei­ni­gen und des­in­fi­zie­ren Sie Gegen­stän­de und Ober­flä­chen, die Sie häu­fi­ger anfas­sen.
  • Ange­hö­re oder Freun­de, die mit einem Krebs­pa­ti­en­ten Kon­takt haben, soll­ten beson­ders gut auf aus­rei­chen­de Hygie­ne ach­ten: Beim Hus­ten und Nie­sen sowie beim Hän­de­wa­schen.
  • Sen­si­bi­li­sie­ren Sie Ihr Umfeld dafür, dass Sie beson­ders anfäl­lig für Infek­tio­nen sind.
  • Ver­zich­ten Sie auf Besu­cher, die Sym­pto­me wie Fie­ber, Hus­ten oder Schnup­fen haben. Mei­den Sie auch den Kon­takt zu Men­schen, die aus Gebie­ten zurück­ge­kehrt sind, in denen Sars-CoV‑2 weit ver­brei­tet ist.

Sars-CoV‑2: Soll man Krebstherapien verschieben?

Krebs­pa­ti­en­ten stel­len sich ange­sichts des kur­sie­ren­den Coro­na­vi­rus und der stei­gen­den Erkran­kungs­zah­len viel­leicht die Fra­ge, ob sie geplan­te Krebs­be­hand­lun­gen ver­schie­ben sol­len. Die Deut­sche Gesell­schaft für Häma­to­lo­gie und Onko­lo­gie erklärt dazu: Bei jeder Krebs­the­ra­pie müs­se der Nut­zen der Behand­lung gegen den mög­li­chen Scha­den – also die Neben­wir­kun­gen – abge­wo­gen wer­den.

Zum jet­zi­gen Zeit­punkt sei das indi­vi­du­el­le Risi­ko einer Infek­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus in Deutsch­land nied­rig. Damit ste­he der Nut­zen einer sinn­vol­len und geplan­ten Krebs­the­ra­pie über dem theo­re­ti­schen Risi­ko einer mög­li­chen Infek­ti­on mit dem neu­en Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2. Bei einem erhöh­ten Infek­ti­ons­ri­si­ko, etwa beim Kon­takt mit einem Covid-19-Pati­en­ten, müss­ten Ärz­te indi­vi­du­ell über die Ver­schie­bung einer Krebs­the­ra­pie ent­schei­den.

Quellen

• Irish Can­cer Socie­ty (ICS), https://www.cancer.ie/about-us/news/irish-cancer-society-advice-for-cancer-patients-on-covid-19-coronavirus (update: 10. März 2020)
• Deut­sches Krebs­for­schungs­zen­trum (DKFZ): Coro­na­vi­rus – was Krebs­pa­ti­en­ten beach­ten soll­ten, https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2020/news012-coronavirus-ansteckungsgefahr-bei-krebs.php und https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/immunsystem.php
• Deut­sche Gesell­schaft für Häma­to­lo­gie und medi­zi­ni­sche Onko­lo­gie: Coro­na­vi­rus-Krank­heit 2019 (COVID-19), Stel­lung­nah­me vom 2. März 2020, https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/coronavirus/covid-19-krebspatienten-20200302.pdf

Datum: 11.3.2020

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