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Prostatakrebs: Ist das Thema Sex jetzt für mich erledigt?

Die Ope­ra­ti­on und Bestrah­lung bei Pro­sta­ta­krebs kön­nen uner­wünsch­te Fol­gen haben, zum Bei­spiel eine Erek­ti­le Dys­funk­ti­on. Lesen Sie, was Sie gegen Impo­tenz tun kön­nen und wie Sie trotz Potenz­stö­rung eine erfüll­te Sexua­li­tät haben können.

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Wie verändert sich die Sexualität nach Prostatakrebs?
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Schluss mit der Sexualität nach Prostatakrebs? Nicht zwangsläufig! (c) StockSnap/Pixabay.com

Schluss mit der Sexua­li­tät nach Pro­sta­ta­krebs? Nicht zwangs­läu­fig! © StockSnap/Pixabay.com

Eine Krebs­er­kran­kung bedeu­tet wohl für alle Pati­en­ten einen tie­fen Ein­schnitt. Auch der Pro­sta­ta­krebs und die kräf­te­zeh­ren­den Krebs­the­ra­pi­en brin­gen tief­grei­fen­de kör­per­li­che und see­li­sche Ver­än­de­run­gen mit sich. Pro­sta­ta­krebs betrifft jedoch nicht nur Sie selbst, son­dern auch Ihren Part­ner oder Ihre Part­ne­rin. Aus Stu­di­en ist bekannt, dass die Frau­en bei Pro­sta­ta­krebs enorm mit lei­den! Bei vie­len Män­nern ver­än­dert die Dia­gno­se Pro­sta­ta­krebs die eige­ne Sexua­li­tät, aber auch die gesam­te Partnerschaft.

Um ihren Pro­sta­ta­krebs los­zu­wer­den, unter­zieht sich ein Groß­teil der Män­ner Behand­lun­gen, wel­che die Sexu­al­funk­ti­on beein­träch­ti­gen und die Potenz schwä­chen kön­nen. So ist die Erek­ti­le Dys­funk­ti­on eine häu­fi­ge Fol­ge von Ope­ra­ti­on (radi­ka­le Pro­sta­tek­to­mie) und Strah­len­be­hand­lung. Umgangs­sprach­lich heißt sie auch Impo­tenz. Doch  Umfra­gen zufol­ge wün­schen sich vie­le Män­ner – vor allem jün­ge­ren Alters – wie­der Sex haben zu kön­nen wie zuvor. Alle Fak­ten und Zah­len zum Risi­ko einer Erek­ti­len Dysfunktion.

Erektile Dysfunktion nach Operation
  • Je nach Ope­ra­ti­ons­tech­nik sind 29 bis 100 von 100 Män­nern nach der Ope­ra­ti­on nicht in der Lage, eine Erek­ti­on zu bekom­men oder auf­recht­zu­er­hal­ten. Bei einer ner­ven­scho­nen­den Ope­ra­ti­on sind es etwa 30 von 100 Männern.
  • Nach der Pro­sta­tek­to­mie kann sich der Penis bei einer blei­ben­den Impo­tenz verkürzen.
  • Der Penis kann sich zudem verkrümmen.
  • Orgas­mus­stö­run­gen und Ver­lust der Lust (Libi­do­ver­lust) sind möglich.

For­scher haben her­aus­ge­fun­den, dass sich die Ein­nah­me des Wirk­stoffs Sil­dena­fil kurz nach der Ope­ra­ti­on posi­tiv auf die Potenz auswirkt.

Erektile Dysfunktion nach Strahlentherapie
  • 20 bis 70 von 100 Män­nern kön­nen zwei bis drei Jah­re nach einer Strah­len­the­ra­pie kei­ne Erek­ti­on mehr  bekom­men oder aufrechterhalten.
  • Wenn Sie zusätz­lich eine Hor­mon­ent­zugs­be­hand­lung erhal­ten, steigt die Wahr­schein­lich­keit für eine Impo­tenz wei­ter an.
Erektile Dysfunktion – welche Behandlungen helfen?

Die Erek­ti­le Dys­funk­ti­on nach Pro­sta­ta­krebs ist kein Zustand, den Sie ein­fach hin­neh­men müs­sen. Es gibt Medi­ka­men­te und Hilfs­mit­tel, mit denen Sie wie­der ein weit­ge­hend nor­ma­les Sex­le­ben füh­ren kön­nen – alle Behand­lun­gen im Überblick!

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Wie gehe ich mit meiner Verunsicherung um und wer hilft mir?
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Vie­le Män­ner ver­un­si­chert es erheb­lich, wenn sie in ihrer Sexua­li­tät ein­ge­schränkt sind und nicht mehr „kön­nen, wie sich möch­ten“. Stu­di­en haben nach­ge­wie­sen, dass sich die Erek­ti­le Dys­funk­ti­on nicht unwe­sent­lich auf das männ­li­che Selbst­wert­ge­fühl und die Lebens­qua­li­tät aus­wirkt. Dass Sie ver­un­si­chert sind, ist ganz nor­mal! Eini­ge Tipps für den Umgang und wo wie Hil­fe finden!

  • Machen Sie das Pro­blem der Erek­ti­len Dys­funk­ti­on nicht mit sich allei­ne aus. Spre­chen Sie offen mit Ihrer Part­ne­rin oder Ihrem Part­ner dar­über. Umfra­gen zei­gen, das für vie­le Frau­en die Bekämp­fung des Pro­sta­ta­kreb­ses an ers­ter Stel­le steht. Sie möch­ten, dass ihre Män­ner noch lan­ge leben, und das bei guter Lebens­qua­li­tät. Als weni­ger wich­tig stu­fen sie es ein, dass Ihre Män­ner sexu­ell „funk­ti­ons­fä­hig“ sind.
  • Sie kön­nen auch ohne (voll­stän­di­ge) Erek­ti­ons­fä­hig­keit eine sexu­ell befrie­di­gen­de Part­ner­schaft leben. Geben Sie sich und Ihrer Part­ne­rin oder dem Part­ner Zeit, um sich an die neue Situa­ti­on zu gewöh­nen. Set­zen Sie sich auf kei­nen Fall unter Druck! Viel­leicht pro­bie­ren Sie auch Din­ge aus, an die Sie zuvor noch nicht gedacht haben. Ihr Sexu­al­le­ben kann auch gewin­nen und viel­fäl­ti­ger wer­den, wenn Sie mit mehr Fan­ta­sie herangehen.
  • Scheu­en Sie sich nicht, Ihren behan­deln­den Arzt anzu­spre­chen, wenn Sie sexu­el­le Pro­ble­me haben. Er kennt sich gut mit den Behand­lungs­mög­lich­kei­ten bei Erek­ti­ler Dys­funk­ti­on aus.
  • Sie kön­nen auch (gemein­sam) einen Psy­cho­the­ra­peu­ten auf­su­chen. Er ent­wi­ckelt gemein­sam mit Ihnen Stra­te­gi­en, wie sich sich in der neu­en Situa­ti­on bes­ser zurecht finden.
  • Viel­leicht sind Selbst­hil­fe­grup­pen für Sie hilf­reich! Dort fin­den sich Män­ner, denen es genau­so ergeht wie Ihnen. Oft haben ande­re Betrof­fe­ne gute Tipps, die Ihnen wei­ter­hel­fen. Fas­sen Sie Mut und pro­bie­ren Sie es ein­fach aus! Gute Adres­sen sind die Selbst­hil­fe­grup­pe Erek­ti­le Dys­funk­ti­on oder der Bun­des­ver­band Pro­sta­ta­krebs Selbst­hil­fe e.V. Dort fin­den Sie auch regio­na­le Ansprech­part­ner vor Ort.

So funk­tio­niert die Prostata-Op 

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Erek­ti­le Dys­funk­ti­on – das hilft!

Die­se Behand­lun­gen hel­fen bei Impo­tenz nach einer Ope­ra­ti­on oder Bestrahlung!

Schutz der Sexu­al­funk­ti­on ist Num­mer eins!

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Weitere externe Informationen
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Sexualität nach einer Krebserkrankung

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Über­blick über die wich­tigs­ten Fak­ten zum Leben mit der Erkrankung

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Zum ers­ten Mal haben Fach­ge­sell­schaf­ten unter Betei­li­gung der Selbst­hil­fe ein stan­dar­di­sier­tes Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­gramm für Pati­en­ten mit Pro­sta­ta­krebs veröffentlicht.

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