Prostatakrebs: Symptome, die Männer ernst nehmen sollten!

Die Sym­pto­me bei Pro­sta­ta­krebs sind oft unspe­zi­fisch und kön­nen auch im Rah­men ande­rer Krank­hei­ten vor­kom­men. Lesen Sie, bei wel­chen Warm­zei­chen Sie den Gang zum Arzt nicht scheu­en soll­ten! Von Ingrid Mül­ler

Pro­sta­ta­krebs wächst in vie­len Fäl­len sehr lang­sam, ver­ur­sacht zunächst kei­ne Beschwer­den und bleibt somit lan­ge Zeit unent­deckt. Die meis­ten Män­ner spü­ren nichts von der Gefahr, die sich in der Vor­ste­her­drü­se anbahnt. Ein­deu­ti­ge Sym­pto­me bei Pro­sta­ta­krebs oder typi­sche Früh­warn­zei­chen gibt es nicht. Oft lie­fert ein stei­gen­der PSA-Wert frü­he Hin­wei­se auf einen bös­ar­ti­gen Tumor.

Hat der bös­ar­ti­ge Tumor in der Pro­sta­ta jedoch eine bestimm­te Grö­ße erreicht, zei­gen sich die ers­ten Sym­pto­me bei Pro­sta­ta­krebs. Dann aber hat der Krebs oft schon die Kap­sel der Pro­sta­ta durch­bro­chen und sich auf die Harn­röh­re aus­ge­brei­tet. Auch wenn der Krebs gestreut hat, also Meta­sta­sen in ande­ren Orga­nen gebil­det hat, macht er sich bemerk­bar. Meist bil­den sich die Krebs­ab­sied­lun­gen zuerst in den Kno­chen – häu­fi­ge Sym­pto­me bei Pro­sta­ta­krebs sind dann (Rücken)Schmerzen.

Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

Das Pro­blem sowohl für Män­ner als auch für Ärz­te ist, dass es kei­ne spe­zi­fi­schen Sym­pto­me bei Pro­sta­ta­krebs gibt, die ein­deu­tig auf einen bös­ar­ti­gen Tumor in der Pro­sta­ta hin­deu­ten. Das heißt: Die Beschwer­den – zum Bei­spiel beim Was­ser­las­sen – kön­nen auch im Rah­men ande­rer, harm­lo­ser Erkran­kun­gen auf­tre­ten. Bei­spie­le dafür sind eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung (benig­ne Pro­sta­ta­hy­per­pla­sie, BHP), Pro­sta­ta­ent­zün­dung (Pro­sta­ti­tis) oder eine Harn­wegs­in­fek­ti­on.

Gutartige Prostatavergrößerung
Prostataentzündung (Prostatitis)

So hat zum Bei­spiel bei­na­he jeder Mann mit zuneh­men­dem Alter Pro­ble­me mit dem Was­ser­las­sen. Am häu­figs­ten steckt die gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung dahin­ter. Die Pro­sta­ta wächst mit den Jah­ren und engt die Harn­röh­re ein, die direkt durch die Vor­ste­her­drü­se ver­läuft – kaum ein Mann bleibt von der grö­ßer wer­den­den Pro­sta­ta ver­schont.

Medi­zi­ner haben aus­ge­rech­net, dass im Alter von 50 bis 59 etwa 20 von 100 Män­nern eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung haben. Im höhe­ren Lebens­al­ter tref­fen die typi­schen Beschwer­den dann immer mehr männ­li­che Geschöp­fe: Bis zu 70 von 100 Män­nern über 70 Jah­re haben damit zu tun. Pro­ble­me beim Was­ser­las­sen kön­nen, müs­sen aber nicht zwangs­läu­fig auf Pro­sta­ta­krebs hin­deu­ten.

Symptome bei Prostatakrebs – wann zum Arzt?

Ers­te Anzei­chen für Pro­sta­ta­krebs sind:

  • ver­stärk­ter Harn­drang, vor allem nachts (Nyktu­rie) – Män­ner müs­sen nachts öfters raus
  • Pro­ble­me, das Was­ser­las­sen zu begin­nen
  • Der Harn­fluss ist schwach oder unter­bro­chen
  • Harn­in­kon­ti­nenz: Män­ner „ver­lie­ren“ unge­wollt Urin
  • Harn­ver­halt: Män­ner kön­nen kein Was­ser mehr las­sen
  • Schmer­zen bei der Eja­ku­la­ti­on
  • Blut im Urin oder Eja­ku­lat
  • Schmer­zen im Bereich der Pro­sta­ta
  • Schmer­zen in der Kreuz­ge­gend (unte­rer Rücken mit Steiß­bein und Len­den­wir­bel), im Becken, den Hüf­ten oder den Ober­schen­keln)
  • Erek­ti­ons­schwä­che oder Erek­ti­le Dys­funk­ti­on, umgangs­sprach­lich Impo­tenz
  • ver­min­der­ter Samen­er­guss

Suchen Sie immer Ihren Arzt auf, wenn Sie eines oder meh­re­re die­ser Anzei­chen bei sich fest­stel­len! Er fin­det her­aus, was tat­säch­lich der Grund für Ihre Beschwer­den ist. Die wich­tigs­ten Früh­erken­nungs­un­ter­su­chun­gen sind die Bestim­mung des PSA-Wer­tes und die Tast­un­ter­su­chung (digi­ta­le-rek­ta­le Unter­su­chung).

Tastuntersuchung
Lesen Sie alles über die digi­ta­le rek­ta­le Unter­su­chung auf Pro­sta­ta­krebs und wie genau sie ist! Außer­dem: Ein Mann erzählt, wie die Tast­un­ter­su­chung genau abläuft.

Was lässt den Arzt Verdacht schöpfen?

Der Uro­lo­ge Dr. Frank Schie­fel­bein erklärt, wel­che Fak­ten Ärz­te hell­hö­rig machen und wel­che Unter­su­chun­gen dann fol­gen.

Je frü­her Ärz­te einen Pro­sta­ta­krebs ent­de­cken, des­to bes­ser ist er behan­del­bar und umso höher sind auch die Hei­lungs­chan­cen. Und die­se ste­hen heu­te für Män­ner mit Pro­statakar­zi­nom sehr gut! Schät­zun­gen zufol­ge leben mehr als 90 Pro­zent der Män­ner fünf Jah­re nach der Dia­gno­se Pro­sta­ta­krebs noch.

Quel­len:

  • Inter­dis­zi­pli­nä­re S3-Leit­li­nie der zur Früh­erken­nung, Dia­gno­se und The­ra­pie der ver­schie­de­nen Sta­di­en des Pro­statakar­zi­noms, April 2018
  • Deut­sche Krebs­ge­sell­schaft, www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 23.6.2018)
  • Deut­sches Krebs­for­schungs­zen­trum (DKFZ), www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 23.6.2018)
  • Insti­tut für Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit im Gesund­heits­we­sen (IQWIG), www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 23.6.2018)
  • Robert Koch-Insti­tut (RKI). Bericht zum Krebs­ge­sche­hen in Deutsch­land 2016, www.krebsdaten.de

Datum: 23.6.2018

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