Erhöhter PSA-Wert – 6 Gründe, die nicht Prostatakrebs heißen

Ein erhöh­ter PSA-Wert treibt vie­len Män­nern die Sor­gen­fal­ten auf die Stirn. Doch es muss nicht gleich Pro­sta­ta­krebs dahin­ter ste­cken – mög­li­che Ursa­chen im Über­blick! Von Ingrid Mül­ler

Ein erhöh­ter PSA-Wert kann vie­le Grün­de haben. Er kann ein Hin­weis auf Pro­sta­ta­krebs sein – aber nicht immer steckt zwangs­läu­fig ein Pro­statakar­zi­nom dahin­ter! Zwar gilt ein erhöh­ter PSA-Wert gilt als wich­ti­ger Mar­ker in der Dia­gnos­tik von Pro­sta­ta­krebs. Es gibt jedoch noch eini­ge ande­re Grün­de, war­um die Men­ge an pro­stat­a­spe­zi­fi­schem Anti­gen (PSA) im Blut erhöht sein kann. Gesun­de Pro­sta­ta­zel­len schüt­ten PSA genau­so aus wie Pro­sta­ta­krebs­zel­len. Die wich­tigs­ten Ursa­chen für einen erhöh­ten PSA-Wert, die nicht auf Pro­sta­ta­krebs zurück­zu­füh­ren sind!
1. Erhöhter PSA-Wert dank Prostataentzündung (Prostatitis)
Die Pro­sta­ti­tis bedeu­tet, dass die Vor­ste­her­drü­se akut oder chro­nisch ent­zün­det ist. Die häu­figs­ten Aus­lö­ser sind Bak­te­ri­en, die über das Blut oder die Harn­röh­re in die Pro­sta­ta gelan­gen, sich dort ansie­deln und ver­meh­ren. Meist sind es Darm­bak­te­ri­en. Das wich­tigs­te Sym­ptom für eine Pro­sta­ta­ent­zün­dung: Schmer­zen! Auch der PSA-Wert ist bei einer Pro­sta­ta­ent­zün­dung leicht bis mäßig erhöht.
2. Gutartige Prostatavergrößerung
Die gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung oder im Fach­jar­gon benig­ne Pro­sta­ta­hy­per­pla­sie trifft fast jeden Mann mit zuneh­men­den Jähr­chen. Die Pro­sta­ta ver­grö­ßert sich immer wei­ter und engt schließ­lich die Harn­röh­re ein, die mit­ten durch die Pro­sta­ta ver­läuft. Die wich­tigs­ten Sym­pto­me: Pro­ble­me beim Was­ser­las­sen. Durch die alters­be­ding­te Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung ist auch ein erhöh­ter PSA-Wert kei­ne Sel­ten­heit.
3. Erhöhter PSA-Wert durch Medikamente
Wenn Sie Medi­ka­men­te oder Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel gegen eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung ein­neh­men, kön­nen die­se das PSA-Test­ergeb­nis ver­fäl­schen. Sagen Sie Ihrem behan­deln­den Arzt, falls Sie sol­che Medi­ka­men­te ein­neh­men.
4. Harnwegsentzündung
Eine Bla­sen­ent­zün­dung kommt zwar bei Frau­en viel öfters vor, kann aber auch Män­ner erwi­schen. Bak­te­ri­en kön­nen in den Harn­trakt ein­drin­gen und dort unan­ge­neh­me Ent­zün­dun­gen her­vor­ru­fen. Die wich­tigs­ten Sym­pto­me einer Harn­wegs­ent­zün­dung: häu­fi­ges Was­ser­las­sen mit ste­chen­den Schmer­zen und Bren­nen.
5. Erhöhter PSA-Wert durch Druck auf die Prostata

Gerät die Pro­sta­ta unter Druck, erhöht sich der PSA-Wert eben­falls. Dies geschieht zum Bei­spiel beim Fahr­rad­fah­ren, das den PSA-Wert gering­fü­gig in die Höhe treibt. Auch wer zuhau­se auf dem Heim­trai­ner radelt, übt Druck auf die Vor­ste­her­drü­se aus und erhöht den PSA-Wert.

Dane­ben drückt der Arzt bei einer Tast­un­ter­su­chung oder einer trans­rek­ta­len Ultra­schall­un­ter­su­chung auf die Pro­sta­ta. Des­halb soll­ten Ärz­te die­se Unter­su­chun­gen nicht direkt vor der Blut­ab­nah­me zur PSA-Bestim­mung durch­füh­ren – sonst fällt das Test­ergeb­nis deut­lich höher aus. Etwa vier Wochen soll­ten zwi­schen einer sol­chen Unter­su­chung und dem PSA-Test lie­gen. Oder: Erst die Blut­ab­nah­me – dann die jewei­li­ge Unter­su­chung.

6. Sex und Ejakulation
Auch nach einem Samen­er­guss (Eja­ku­la­ti­on) kann der PSA-Wert erhöht sein. Wenn Sie auf der siche­ren Sei­te sein woll­ten: Ver­zich­ten Sie min­des­tens 24 Stun­den vor dem PSA-Test bes­ser auf jeg­li­che Art der Sti­mu­la­ti­on Ihrer Pro­sta­ta. Ganz all­ge­mein erhöht kör­per­li­che Anstren­gung den PSA-Wert.

Tipps für den PSA-Test

Bevor Sie einen PSA-Test durch­füh­ren las­sen: Sagen Sie Ihrem Arzt, ob Sie sol­chen Ein­flüs­sen aus­ge­setzt waren. Nur so kann er das Test­ergeb­nis rich­tig ein­ord­nen und bewer­ten. Even­tu­ell ver­schie­ben Sie die Mes­sung des PSA-Wer­tes auf einen ande­ren Zeit­punkt oder Sie ver­zich­ten etwa eine Woche vor der anste­hen­den Unter­su­chung auf Akti­vi­tä­ten, die die Pro­sta­ta unter Druck set­zen.

Umge­kehrt besagt ein nicht erhöh­ter PSA-Wert nicht, dass mit Sicher­heit kein Pro­sta­ta­krebs vor­liegt. Manch­mal liegt der PSA-Wert trotz Pro­sta­ta­krebs im nor­ma­len Bereich. Des­halb zie­hen Ärz­te zur Dia­gno­se von Pro­sta­ta­krebs immer noch ande­re Unter­su­chun­gen (z.B. Tast­un­ter­su­chung, Biop­sie) und Fak­to­ren her­an, etwa Ihr indi­vi­du­el­les Risi­ko­pro­fil.

PSA – Normalwerte und erhöhte Werte

  • Bei gesun­den Män­nern liegt der PSA-Nor­mal­wert zwi­schen 0 und maxi­mal 4 ng/ml (Nano­gramm pro Mil­li­li­ter) Blut.
  • PSA-Wer­te zwi­schen 2 und 4 ng/ml stu­fen die meis­ten Ärz­te als kon­troll­be­dürf­tig ein, beson­ders bei jün­ge­ren Män­nern.
  • All­ge­mein gilt: Bei einem PSA über 1 ng/ml soll­ten Män­ner den PSA-Test alle zwei Jah­re, bei Wer­ten über 2 ng/ml jähr­lich wie­der­ho­len.

Quel­len:

  • Insti­tut für Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit im Gesund­heits­we­sen (IQWIG), gesundheitsinformation.de (Abruf: 15.1.2019)
  • Deut­sches Krebs­for­schungs­zen­trum (DKFZ), www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 15.1.2019)

Datum: 16.1.2019

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