Risiken einer Prostatabiopsie: Wie gefährlich ist die Prostata-Stanze?

Wie lassen sich Schmerzen, Blutung, Infektion und andere Risiken bei einer Prostatabiopsie vermeiden? Dr. Schiefelbein im Video-Interview.

Ist es nicht gefährlich, in einen Tumor zu schneiden?

Besteht bei der Biop­sie nicht die Gefahr, dass sich ein­zel­ne bös­ar­ti­ge Zel­len lösen und in die Blut­bahn gera­ten, sodass womög­lich Meta­sta­sen ent­ste­hen? Hier ant­wor­tet Dr. Schie­fel­bein mit einem ganz kla­ren Nein. Selbst­ver­ständ­lich will man durch die Unter­su­chung nicht zur Ver­schlim­me­rung der Erkran­kung bei­tra­gen. Des­halb wur­den zu die­ser Fra­ge Stu­di­en gemacht, in denen man den Tumor radio­ak­tiv mar­kiert hat. So konn­te man wis­sen­schaft­lich aus­schlie­ßen, dass durch die Gewe­be­ent­nah­me Zel­len in den Kör­per streuen.

Was sind die Risiken einer Prostatabiopsie?

Eine Pro­statabi­op­sie hat aller­dings ande­re Risi­ken. Zum einen das Risi­ko der Blu­tung bzw. Nach­blu­tung und zum ande­ren ein Infek­ti­ons­ri­si­ko – von der Pro­sta­ta-Ent­zün­dung (Pro­sta­ta­ti­tis) bis hin zur Blut­ver­gif­tung (Sep­sis).

Wie lässt sich das Risiko einer Blutung minimieren?

Des­halb muss man vor der Biop­sie immer klä­ren, ob der Pati­ent gerin­nungs­hem­men­de („blut­ver­dün­nen­de“) Medi­ka­men­te nimmt, zum Bei­spiel Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re oder Phen­pro­co­u­mon. Die­se Medi­ka­men­te müs­sen dann unter Umstän­den vor der Ent­nah­me redu­ziert oder abge­setzt wer­den. Außer­dem ist es wich­tig, eine soge­nann­te Gerin­nungs­ana­mne­se zu machen: Bekommt der Pati­ent leicht blaue Fle­cken? Hat er schon einem bei einem ande­ren Ein­griff, zum Bei­spiel wenn der Zahn­arzt einen Zahn gezo­gen hat, ver­län­gert geblu­tet? Das muss unbe­dingt vor dem Ein­griff geklärt werden.

Wie kann man das Risiko einer Infektion minimieren?

Um bei der Pro­statabi­op­sie eine Infek­ti­on zu ver­mei­den, muss der Pati­ent wäh­rend des Ein­griffs und noch eini­ge Tage danach Anti­bio­ti­ka ein­neh­men. So kann man Kei­me, die mög­li­cher­wei­se bei der Gewe­be­ent­nah­me von außen oder aus dem Darm in die Pro­sta­ta oder ins Blut ver­schleppt wer­den, abtö­ten. Des­halb ist das Risi­ko für eine Infek­ti­on bei die­sem Ein­griff auch Gott sei Dank rela­tiv gering.

Muss man sich also keine Sorgen machen?

Man muss sich letzt­lich kei­ne gro­ßen Sor­gen machen, meint Dr. Schie­fel­bein. Aber man soll­te über das Risi­ko Bescheid wis­sen, sodass man im Fal­le des Fal­les dann auch ärzt­li­che Hil­fe sucht. Daher ist die Auf­klä­rung wichtig.

Ist die Biopsie schmerzhaft?

Die Pro­statabi­op­sie wird in der Regel in einer loka­len Betäu­bung durch­ge­führt – so ähn­lich wie beim Zahn­arzt. Dadurch ist der Ein­griff für den Pati­en­ten rela­tiv wenig schmerz­haft. Er ver­spürt eher einen gewis­sen Druck, aber kei­ne rich­ti­gen Schmer­zen. Auf Wunsch kann die Biop­sie auch in Voll­nar­ko­se gemacht wer­den, aber in der Regel reicht die loka­le Betäubung.

Was muss man nach der Biopsie beachten? Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ist eine Nach­blu­tung nor­mal? Schie­fel­bein: Leich­te Nach­blu­tun­gen sind nor­mal, dann soll­te man unter Umstän­den etwas mehr Flüs­sig­keit zu sich neh­men, um die Urin­aus­schei­dung zu erhö­hen. Bei stär­ke­ren Nach­blu­tun­gen soll­te man zum Arzt oder sogar in die Kli­nik gehen, um das abzu­klä­ren. Das glei­che gilt, wenn Fie­ber auftritt.

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