Risiken einer Prostatabiopsie: Wie gefährlich ist die Prostata-Stanze?

Wie las­sen sich Schmer­zen, Blu­tung, Infek­ti­on und ande­re Risi­ken bei einer Pro­stata­bi­op­sie ver­mei­den? Dies erklärt der Uro­lo­ge Dr. Frank Schie­fel­bein im Video-Inter­view.

Ist es nicht gefährlich, in einen Tumor zu schneiden?

Besteht bei der Biop­sie nicht die Gefahr, dass sich ein­zel­ne bös­ar­ti­ge Zel­len lösen und in die Blut­bahn gera­ten, sodass womög­lich Meta­sta­sen ent­ste­hen? Hier ant­wor­tet Dr. Schie­fel­bein mit einem ganz kla­ren Nein. Selbst­ver­ständ­lich will man durch die Unter­su­chung nicht zur Ver­schlim­me­rung der Erkran­kung bei­tra­gen. Des­halb wur­den zu die­ser Fra­ge Stu­di­en gemacht, in denen man den Tumor radio­ak­tiv mar­kiert hat. So konn­te man wis­sen­schaft­lich aus­schlie­ßen, dass durch die Gewe­be­ent­nah­me Zel­len in den Kör­per streu­en.

Was sind die Risiken einer Prostatabiopsie?

Eine Pro­stata­bi­op­sie hat aller­dings ande­re Risi­ken. Zum einen das Risi­ko der Blu­tung bzw. Nach­blu­tung und zum ande­ren ein Infek­ti­ons­ri­si­ko – von der Pro­sta­ta­ent­zün­dung (Pro­sta­ta­ti­tis) bis hin zur Blut­ver­gif­tung (Sep­sis).

Wie lässt sich das Risiko einer Blutung minimieren?

Des­halb muss man vor der Biop­sie immer klä­ren, ob der Pati­ent gerin­nungs­hem­men­de („blut­ver­dün­nen­de“) Medi­ka­men­te nimmt, zum Bei­spiel Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re oder Phen­pro­co­u­mon. Die­se Medi­ka­men­te müs­sen dann unter Umstän­den vor der Ent­nah­me redu­ziert oder abge­setzt wer­den. Außer­dem ist es wich­tig, eine soge­nann­te Gerin­nungs­ana­mne­se zu machen: Bekommt der Pati­ent leicht blaue Fle­cken? Hat er schon einem bei einem ande­ren Ein­griff, zum Bei­spiel wenn der Zahn­arzt einen Zahn gezo­gen hat, ver­län­gert geblu­tet? Das muss unbe­dingt vor dem Ein­griff geklärt wer­den.

Wie kann man das Risiko einer Infektion minimieren?

Um bei der Pro­stata­bi­op­sie eine Infek­ti­on zu ver­mei­den, muss der Pati­ent wäh­rend des Ein­griffs und noch eini­ge Tage danach Anti­bio­ti­ka ein­neh­men. So kann man Kei­me, die mög­li­cher­wei­se bei der Gewe­be­ent­nah­me von außen oder aus dem Darm in die Pro­sta­ta oder ins Blut ver­schleppt wer­den, abtö­ten. Des­halb ist das Risi­ko für eine Infek­ti­on bei die­sem Ein­griff auch Gott sei Dank rela­tiv gering.

Muss man sich also keine Sorgen machen?

Man muss sich letzt­lich kei­ne gro­ßen Sor­gen machen, meint Dr. Schie­fel­bein. Aber man soll­te über das Risi­ko Bescheid wis­sen, sodass man im Fal­le des Fal­les dann auch ärzt­li­che Hil­fe sucht. Daher ist die Auf­klä­rung wich­tig.

Ist die Biopsie schmerzhaft?

Die Pro­stata­bi­op­sie wird in der Regel in einer loka­len Betäu­bung durch­ge­führt – so ähn­lich wie beim Zahn­arzt. Dadurch ist der Ein­griff für den Pati­en­ten rela­tiv wenig schmerz­haft. Er ver­spürt eher einen gewis­sen Druck, aber kei­ne rich­ti­gen Schmer­zen. Auf Wunsch kann die Biop­sie auch in Voll­nar­ko­se gemacht wer­den, aber in der Regel reicht die loka­le Betäu­bung.

Was muss man nach der Biopsie beachten? Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ist eine Nach­blu­tung nor­mal? Schie­fel­bein: Leich­te Nach­blu­tun­gen sind nor­mal, dann soll­te man unter Umstän­den etwas mehr Flüs­sig­keit zu sich neh­men, um die Urin­aus­schei­dung zu erhö­hen. Bei stär­ke­ren Nach­blu­tun­gen soll­te man zum Arzt oder sogar in die Kli­nik gehen, um das abzu­klä­ren. Das glei­che gilt, wenn Fie­ber auf­tritt.

Datum: 20.4.2018

Künstliche Intelligenz: KI diagnostiziert Prostatakrebs sicher

Künst­li­che Intel­li­genz: KI dia­gnos­ti­ziert Pro­sta­ta­krebs sicher Die Künst­li­che Intel­li­genz (KI) kann Pro­sta­ta­krebs mit hoher Sicher­heit iden­ti­fi­zie­ren, ergab eine neue Stu­die. Aber der spe­zi­ell…
MRT

Fusionsbiopsie kann unnötige Biopsien vermeiden, aber …

Fusi­ons­bi­op­sie kann unnö­ti­ge Biop­sien ver­mei­den, aber … Bei einer Fusi­ons­bi­op­sie neh­men Radio­lo­gen vor der eigent­li­chen Gewe­be­ent­nah­me Bil­der der Pro­sta­ta mit­tels Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie (mpMRT)…

Früherkennung von Prostatakrebs: Zuckertest im Blut

Früh­erken­nung von Pro­sta­ta­krebs: Zucker­test im Blut Pro­sta­ta­krebs lässt sich umso bes­ser hei­len, je frü­her Ärz­te ihn ent­de­cken. Jetzt haben bri­ti­sche For­scher eine neue Metho­de ent­wi­ckelt, um…

Biopsie: Zwei kombinierte Methoden sind besser

Biop­sie: Zwei kom­bi­nier­te Metho­den sind bes­ser Die Kom­bi­na­ti­on zwei­er Biop­sie-Ver­fah­ren kann Pro­sta­ta­krebs geziel­ter und ver­läss­li­cher auf­spü­ren. Auch  aggres­si­ve­re Vari­an­ten von Pro­statakar­zi­no­men…

Prostatabiopsie: Bauchatmung lindert die Angst

Pro­stata­bi­op­sie – Bau­ch­at­mung lin­dert die Angst Eine Pro­stata­bi­op­sie kön­nen Män­ner durch die rich­ti­ge Atmung ent­spann­ter und gelas­se­ner über­ste­hen. Die Bau­ch­at­mung lin­dert die Angst und ver­min­dert…

Transrektaler Ultraschall – so funktioniert TRUS

Trans­rek­ta­ler Ultra­schall – so funk­tio­niert TRU­SEin trans­rek­ta­ler Ultra­schall (TRUS) ist aus der Dia­gnos­tik von Pro­sta­taer­kran­kun­gen nicht mehr weg­zu­den­ken. Lesen Sie, wie die Sono­gra­fie…

Prostatakrebs: PSMA-PET ist Kassenleistung

Pro­sta­ta­krebs: PSMA-PET ist jetzt Kas­sen­leis­tung­Die PSMA-PET ist eine höchst emp­find­li­che Dia­gno­se­me­tho­de, mit der Nukle­ar­me­di­zi­ner einen Rück­fall bei Pro­sta­ta­krebs auf­de­cken kön­nen. Jetzt…

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende

© Pro­sta­ta Hil­fe Deutsch­land | Impres­sum | Daten­schutz