Impotenz nach Prostata-Op: Frühes Sildenafil schützt

Nach einer Pro­sta­ta­krebs-OP droht  Män­nern eine Erek­ti­le Dys­funk­ti­on, weil der Ope­ra­teur Ner­ven ver­let­zen kann. Doch wer früh­zei­tig Sil­dena­fil ein­nimmt, senkt das Risi­ko für Impo­tenz, ergab eine Stu­die aus Korea.  Von Mar­ti­na Häring

DIe Erek­ti­le Dys­funk­ti­on ist eine häu­fi­ge Fol­ge von Behand­lun­gen bei Pro­sta­ta­krebs, allen vor­an der Ope­ra­ti­on und der Strah­len­the­ra­pie. Dabei wer­den oft Ner­ven ver­letzt, die für eine Erek­ti­on not­wen­dig sind. Zwar gilt die Robo­ter-assis­tier­te Ope­ra­ti­on als beson­ders ner­ven­scho­nend, aber auch hier lei­det die männ­li­che Erek­ti­ons­fä­hig­keit. Um die­se nach einer Ope­ra­ti­on wie­der­her­zu­stel­len, set­zen Ärz­te unter ande­rem den Wirk­stoff Sil­dena­fil ein. Das Medi­ka­ment zählt zur Grup­pe der soge­nann­ten PDE-5-Hem­mer. Korea­ni­sche For­scher fan­den jetzt in einer Stu­die fol­gen­des her­aus: Die Behand­lungs­chan­cen mit Sil­dena­fil schei­nen beson­ders gut zu sein, wenn Män­ner schon weni­ge Tage nach der Ope­ra­ti­on mit der Ein­nah­me des Medi­ka­ments beginnen.

Frühe versus spätere Einnahme von Sildenafil

An der Stu­die nah­men 120 Män­ner mit Pro­sta­ta­krebs teil, deren Vor­ste­her­drü­se unter der Assis­tenz eines Robo­ters ent­fernt wur­de. Radi­ka­le Pro­sta­tek­to­mie heißt die­se Ein­griff. Sie wur­den per Los in zwei Grup­pen ein­ge­teilt: Die einen Män­ner erhiel­ten Sil­dena­fil gleich nach der Ent­fer­nung des Bla­sen­ka­the­ters – also acht bis 14 Tage nach der Ope­ra­ti­on. Die ande­re Grup­pe begann erst drei Mona­te spä­ter mit der Ein­nah­me des Sil­dena­fils. Bei­de Grup­pen schluck­ten drei Mona­te lang zwei­mal wöchent­lich 100 Mil­li­gramm des  Wirk­stoffs. Danach grif­fen sie nur noch bei Bedarf zu der erek­ti­ons­för­dern­den Arznei.

Sildenafil – Erektionsfähigkeit fast wie vor der Op

Das Ergeb­nis der Stu­die: Nach zwölf Mona­ten hat­ten rund 40 Pro­zent der Män­ner, die unmit­tel­bar nach der Ope­ra­ti­on mit der Behand­lung begon­nen hat­ten, wie­der die glei­che Erek­ti­ons­fä­hig­keit wie vor der Op. Anders in der Ver­gleichs­grup­pe, die erst nach drei Mona­ten mit der Ein­nah­me von Sil­dena­fil ange­fan­gen hat­te: Nur bei rund 17 Pro­zent war die Erek­ti­ons­fä­hig­keit wie so aus­ge­prägt wie zuvor.

Die Erklä­rung der korea­ni­schen Exper­ten: Die frü­he Ein­nah­me von Sil­dena­fil bewir­ke, dass für die Erek­ti­on wich­ti­ge Struk­tu­ren bes­ser mit Sauer­stoff ver­sorgt wür­den. Dadurch lie­ßen sich dau­er­haf­te Schä­den und eine Erek­ti­le Dys­funk­ti­on ver­mei­den.

Quel­le:

  • Jung Ki Jo et. al.: Effect of Star­ting Peni­le Reha­bi­li­ta­ti­on with Sil­dena­fil Imme­dia­te­ly after Robot-Assisted Laparo­s­co­pic Radi­cal Pro­sta­tec­to­my on Erec­tile Func­tion Reco­very: A Pro­s­pec­tive Ran­do­mi­zed Tri­al. The Jour­nal of Uro­lo­gy (2018)
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