Was sind die Risiken für Prostatakrebs?

Wie hoch ist das Risi­ko eines Man­nes, an Pro­sta­ta­krebs zu erkran­ken? Und wel­che all­ge­mei­nen Risi­ken für Pro­sta­ta­krebs sind bekannt? Der Uro­lo­ge Dr. Frank Schie­fel­bein gibt Antworten.

Wie hoch ist das Risiko für einen Mann, tatsächlich an Prostatakrebs zu erkranken?

Der Pro­sta­ta­krebs ist für Män­ner der häu­figs­te bös­ar­ti­ge Tumor, der ihn bedroht. Das Risi­ko von Män­nern, Pro­sta­ta­krebs zu bekom­men, ist indi­vi­du­ell aller­dings sehr unter­schied­lich. Die Risi­ken für Pro­sta­ta­krebs hän­gen mit erb­li­chen und ande­ren Fak­to­ren zusam­men, die ein Arzt für jeden Mann per­sön­lich ermit­teln muss.

Weiß man, woher der Prostatakrebs kommt?

Die Ursa­chen von Pro­sta­ta­krebs sind nicht genau bekannt. Wir wis­sen aber, dass es gene­ti­sche Risi­ken für Pro­sta­ta­krebs gibt, wel­che die Wahr­schein­lich­keit für idie­se Krebs­art erhö­hen. In man­chen Fami­li­en ist schon der Vater oder Groß­va­ter an Pro­sta­ta­krebs erkrankt. Dann haben die männ­li­chen Nach­kom­men ein erhöh­tes Risi­ko, eben­falls Pro­sta­ta­krebs zu bekom­men. Lei­det zum Bei­spiel der eine Bru­der an einem bös­ar­ti­gen Tumor der Pro­sta­ta, ist das Risi­ko für einen nahen männ­li­chen Ver­wand­ten dop­pelt so hoch wie in der All­ge­mein­be­völ­ke­rung. Sind sowohl der Bru­der als auch der Vater betrof­fen, kann die­ses Risi­ko sogar bis zum Vier- oder Fünf­fa­chen ansteigen.

Auch ein Brustkrebs in der Familie lässt bei Männern das Prostatakrebsrisiko ansteigen. Warum?

Beim fami­li­är beding­ten Brust­krebs spie­len die Gene eben­falls eine wich­ti­ge Rol­le – es gibt also ein erb­li­ches Risi­ko für Brust­krebs. Die­ses erhöht das Erkran­kungs­ri­si­ko naher Ver­wand­ter. Das erb­li­che Risi­ko kann aber nicht nur der Vater, son­dern auch die Mut­ter wei­ter­ge­ben. Die Mut­ter über­trägt es, wenn sie Brust­krebs hat, der Vater, wenn er Pro­sta­ta­krebs hat. Des­halb ist es für Ärz­te wich­tig, das fami­liä­re Umfeld eines Pati­en­ten zu erkun­den und Krebs­er­kran­kun­gen in der Fami­lie zu erfragen.

Gibt es neben den Genen noch andere Risiken für Prostatakrebs?

Es gibt kei­ne spe­zi­el­len Risi­ko­fak­to­ren, für die wir einen Beweis haben, dass sie das Pro­sta­ta­krebs­ri­si­ko erhö­hen. Gene­rell ist aber eine gesun­de Lebens­füh­rung wich­tig, um das Krebs­ri­si­ko zu sen­ken. Das bedeu­tet: Män­ner soll­ten auf ihr Kör­per­ge­wicht ach­ten, ein biss­chen Sport trei­ben, nicht zu viel Alko­hol trin­ken und beim Fleisch spar­sam sein. Das gilt vor allem für rotes Fleisch wie Rind, Schwein oder Lamm.

Bekannt ist, dass Män­ner aus dem asia­ti­schen Raum ein deut­lich nied­ri­ge­res Risi­ko für Pro­sta­ta­krebs haben. Das hängt wahr­schein­lich mit ihrer Lebens­wei­se und der Ernäh­rung zusam­men, aber auch mit erb­li­chen Fak­to­ren. Wenn Män­ner aus dem asia­ti­schen in den ame­ri­ka­ni­schen Raum über­sie­deln, steigt deren Pro­sta­ta­krebs­ri­si­ko. Es ist also nicht nur eini­ges den Genen geschul­det, son­dern auch der Lebens­wei­se. Das jedoch ganz genau zu ermit­teln, ist sehr schwie­rig. Denn wir brau­chen dafür gro­ße Stu­di­en mit vie­len Pati­en­ten und lan­ge Beob­ach­tungs­zeit­räu­men, um letzt­lich den Beweis für die­se Zusam­men­hän­ge anzu­tre­ten. Die Abschät­zung des Krebs­ri­si­kos ist kom­plex, weil sehr vie­le Fak­to­ren beim Risi­ko für Pro­sta­ta­krebs zusammenspielen.

Lässt sich das Prostatakrebsrisiko über einen Gentest nachweisen?

Es gibt noch kei­nen Gen­test, der Aus­sa­gen über die Risi­ken für Pro­sta­ta­krebs machen kann. Anders beim erb­li­chen Brust­krebs: für die­sen gibt es sogar zwei Gentests.

Welche Rolle spielt das Alter bei den Risiken für Prostatakrebs?

Das Alter ist ein ein­deu­ti­ger und der wich­tigs­te Risi­ko­fak­tor für das Pro­statakar­zi­nom. Denn in der Regel tritt Pro­sta­ta­krebs vor dem 40. bis 45. Lebens­jahr sehr sel­ten auf. Aber ab die­sem Alter steigt das Risi­ko für Pro­sta­ta­krebs indi­vi­du­ell an. Je älter Män­ner wer­den, des­to grö­ßer ist das Risi­ko für einen bös­ar­ti­gen Tumor in der Pro­sta­ta. Das Risi­ko, schon Pro­sta­ta­krebs zu haben, liegt bei Män­nern zwi­schen 50 und 60 Jah­ren schon bei 50 Pro­zent. Bei einem 70-Jäh­ri­gen sind es schon 70 Pro­zent. Das wis­sen wir aus Stu­di­en, bei denen wir die Pro­sta­ta von Män­nern unter­sucht haben, die an einer ande­ren Krank­heit gestor­ben sind.

Die Beson­der­heit beim Pro­sta­ta­krebs ist, dass nicht jeder Tumor in der Pro­sta­ta auch auf­fäl­lig wird, Beschwer­den ver­ur­sacht und gefähr­lich ist. Die­se Tumo­ren wol­len wir gar nicht unbe­dingt ent­de­cken. In der Regel sind es klei­ne­re Tumo­ren, die unter Umstän­den auch nicht wei­ter wach­sen. Das lässt sich letzt­end­lich nur durch Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen klären.

Gibt es also auch einen harmlosen Prostatakrebs?

Dass Pro­sta­ta­krebs grund­sätz­lich harm­los ist, kann man nicht sagen. Es gibt näm­lich unter­schied­li­che Spiel­ar­ten die­ses Tumors. Aber oft wächst der Pro­sta­ta­krebs nicht aggres­siv, ver­grö­ßert sich sehr lang­sam und Män­ner kön­nen damit gut wei­ter­le­ben – er wird weder die Lebens­qua­li­tät beein­träch­ti­gen noch die Lebens­zeit ver­kür­zen. Ein Mann kann also mit sei­nem Tumor durch­aus alt werden.
Die Pro­sta­ta­krebs-Vor­sor­ge hat zum Ziel, die gefähr­li­chen Tumo­ren zu ent­de­cken. Die­se Pro­sta­ta­kreb­se ver­ur­sa­chen gesund­heit­li­che Pro­ble­me, wer­den aggres­siv, bil­den Meta­sta­sen und beein­träch­ti­gen die Lebens­si­tua­ti­on und die Lebens­zeit der betrof­fe­nen Männer.

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