Prostata unterm Mikroskop

Was pas­siert mit einer Pro­sta­ta in der Patho­lo­gie? Wer­fen Sie in unse­rem Video einen Blick hin­ter die Kulis­sen und fol­gen Sie einer Pro­sta­ta auf ihrem Weg vom Ope­ra­ti­ons­saal bis auf den Schreib­tisch des Patho­lo­gen. Von Mar­ti­na Häring

Bei Pro­sta­ta­krebs ist es eine Mög­lich­keit der Behand­lung, die Pro­sta­ta in einer Ope­ra­ti­on zu ent­fer­nen. Radi­ka­le Pro­sta­tek­to­mie ist der medi­zi­ni­sche Fach­be­griff dafür. Der Ope­ra­teur schickt sie im Anschluss in die Patho­lo­gie zur wei­te­ren Unter­su­chung. Dort nimmt der  Patho­lo­ge das kran­ke Organ genau­es­tens unter die Lupe. Schau­en Sie dem Arzt im Video über die Schul­ter!

Die Prostata kommt in der Pathologie an

In einem Plas­tik­ge­fäß ver­packt kommt die Pro­sta­ta, die zuvor auf­grund des Pro­sta­ta­kreb­ses ope­ra­tiv ent­fernt wur­de, in der Patho­lo­gie an. Zunächst begut­ach­tet ein Arzt die Vor­ste­her­drü­se zunächst mit blo­ßem Auge:

  • Ist die Pro­sta­ta ver­grö­ßert oder besitzt sie nor­ma­le Maße?
  • Ist das kom­plet­te Organ mit­samt den Samen­bla­sen vor­han­den?
  • Gibt es irgend­wel­che Auf­fäl­lig­kei­ten?

Dann bestimmt und doku­men­tiert der Arzt in der Patho­lo­gie die genaue Grö­ße und das Gewicht der Pro­sta­ta. Im Anschluss berei­tet er sie für die fein­ge­web­li­che Unter­su­chung spe­zi­ell auf.

Der Grobschnitt

Der Patho­lo­ge mar­kiert die Pro­sta­ta zur bes­se­ren Ori­en­tie­rung und Zuord­nung farb­lich. Dann schnei­det er aus allen Berei­chen des Organs Tei­le her­aus und plat­ziert sie in ent­spre­chend beschrif­te­te Kunst­stoff­kap­seln. In die­sen Kap­seln geht es für die Pro­sta­ta in der Patho­lo­gie wei­ter zur Ein­bet­tung.

Ein Bett aus Paraffin

Über Nacht wird den Pro­sta­ta­stück­chen das Was­ser ent­zo­gen. Im nächs­ten Schritt wer­den sie in Par­af­fin ein­ge­bet­tet. Dafür ent­nimmt eine Laborfach­kraft ein Gewe­be­stück­chen aus der Kunst­stoff­kap­sel und legt es in ein Metall­schäl­chen mit flüs­si­gem Par­af­fin. Um eine Ver­wechs­lung des Prä­pa­ra­tes in der Patho­lo­gie aus­zu­schlie­ßen, mar­kiert sie es erneut mit der Pati­en­ten­num­mer und lässt es aus­küh­len.

Hauchdünne Scheibchen

Die in Par­af­fin gegos­se­nen Blö­cken wer­den in der nächs­ten Sta­ti­on in hauch­dün­ne Scheib­chen geschnit­ten: Mit einer spe­zi­el­len Vor­rich­tung schnei­det ein Mes­ser Häut­chen von ein bis zwei Mikro­me­tern Dicke vom Block ab. Zum Ver­gleich: Ein Haar ist unge­fähr 50 Mikro­me­ter dick!

Die Labor­mit­ar­bei­te­rin nimmt die Scheib­chen vor­sich­tig mit einem Pin­sel von der Schnei­de­vor­rich­tung und legt sie in ein Was­ser­bad. Dann zieht sie die­se auf einen Objekt­trä­ger – ein recht­ecki­ges Stück Glas – auf.

Je Pro­sta­ta wer­den 20 Par­af­fin­blö­cke gegos­sen, und aus jedem Par­af­fin­block wird nun ein Scheib­chen wei­ter­ver­ar­bei­tet.

Es kommt Farbe ins Spiel

Nach einem Tro­cken­gang färbt eine Maschi­ne das hauch­dün­ne Scheib­chen­prä­pa­rat an: Die Häma­to­xi­lin-Eosin-Fär­bung – oder kurz HE-Fär­bung – lässt die unter­schied­li­chen Bestand­tei­le der Zel­len unter dem Mikro­skop rot und blau erschei­nen. Ein wei­te­rer Auto­mat ver­sieht das Prä­pa­rat mit einem Deckel – und dann geht es auch schon wei­ter zum Patho­lo­gen.

Unter dem Mikroskop

Schließ­lich lan­det ein Tablett mit hauch­dünn geschnit­te­nen, gefärb­ten und auf Glas­scheib­chen auf­ge­zo­ge­nen Pro­sta­ta­teil­chen auf dem Tisch des Patho­lo­gen. Er sieht sich die ein­zel­nen Prä­pa­ra­te unter dem Mikro­skop an und kann deut­li­che Unter­schie­de zwi­schen den gesun­den Pro­stat­a­drü­sen und dem bös­ar­tig ver­än­der­ten Gewe­be erken­nen.

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Datum: 01.05.2018
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