Frauen leiden bei Prostatakrebs mit

Hat ihr Mann Pro­sta­ta­krebs, lei­den auch die Frau­en enorm mit. Sie füh­len sich allei­ne gelas­sen und sozi­al iso­liert. Zu die­sem Schluss kam eine däni­sche Stu­die. Von Mar­ti­na Häring

Wenn der Mann Pro­sta­ta­krebs hat, ist das auch für die Part­ne­rin­nen eine gro­ße Belas­tung. Ihnen wid­me­te sich eine Stu­die aus Däne­mark, die kürz­lich ver­öf­fent­licht wur­de. Vie­le der befrag­ten Frau­en fühl­ten sich iso­liert, hat­ten Ängs­te und mach­ten sich Sor­gen über die mit der Erkran­kung ein­her­ge­hen­den Ver­än­de­run­gen in ihrem Leben. Die Stu­die befrag­te Frau­en von Män­nern mit meta­stasier­tem Pro­sta­ta­krebs, die eine Hor­mon­the­ra­pie beka­men. Sie ist eine der ers­ten Stu­di­en, die sich mit den Ehe­frau­en von Pro­sta­ta­krebs-Pati­en­ten befasst hat.

Hormontherapie mit Nebenwirkungen

Meta­stasier­ter Pro­sta­ta­krebs ist oft nicht mehr heil­bar. Ärz­te behan­deln ihn dann mit Medi­ka­men­ten, die dem Tumor männ­li­che Sexu­al­hor­mo­ne ent­zie­hen. So brem­sen sie das Tumor­wachs­tum. Aller­dings hat die Behand­lung auch eini­ge Neben­wir­kun­gen, zum Bei­spiel Müdig­keit und Erschöp­fung (Fati­gue), all­ge­mei­ne Schwä­che und Ver­lust des sexu­el­len Ver­lan­gens (Libi­do). Wie sich Pro­sta­ta­krebs und die Behand­lung auf die betrof­fe­nen Män­ner aus­wirkt, sei in der Ver­gan­gen­heit inten­siv erforscht wor­den. Aber es gebe bis­lang kaum Stu­di­en, die sich damit befas­sen, was die Krank­heit für deren Part­ne­rin­nen bedeu­tet, bekla­gen die Autoren der Stu­die.

Prostatakrebs führt zur sozialen Isolation

Die däni­schen Wis­sen­schaft­ler hat­ten ins­ge­samt 56 Frau­en nach ihrem eige­nen Befin­den befragt. 26 von ihnen (46 Pro­zent) gaben an, dass die Erkran­kung ihres Part­ners auch ihre eige­ne Gesund­heit in Mit­lei­den­schaft zieht. Acht Frau­en, die die For­scher zufäl­lig aus­ge­wählt hat­ten, befrag­ten sie ein­ge­hen­der. Sie fan­den her­aus, dass sich vor allem die Frau­en, bei deren Part­nern der Pro­sta­ta­krebs schon wei­ter fort­ge­schrit­ten war, sozi­al iso­liert fühl­ten. Denn auf­grund der Erschöp­fungs­sym­pto­me ihrer Part­ner konn­ten sie nichts mehr gemein­sam unter­neh­men. „Weil er so viel schläft, besu­chen wir unse­re Fami­li­en und Freun­de nicht mehr. Und wir haben auch nicht mehr oft Gäs­te“, sag­te etwa eine Stu­di­en­teil­neh­me­rin.

Frauen fühlen sich alleine in der Beziehung

Wegen der man­geln­den Belast­bar­keit ihrer Ehe­män­ner fühl­ten sich die Frau­en allei­ne und auf sich gestellt, obwohl sie in einer Bezie­hung leb­ten. Auch dass die Män­ner ihre gewohn­ten Auf­ga­ben nicht mehr über­neh­men konn­ten, trug zum Unsi­cher­heits­ge­fühl der Frau­en bei. Alle Frau­en hat­ten Angst, dass ihre Män­ner im Lau­fe der Erkran­kung unter Schmer­zen lei­den wür­den.

Die Autoren der Stu­die wei­sen auch dar­auf hin, dass sie nur eine klei­ne Grup­pe von Frau­en unter­sucht hät­ten. Die Ergeb­nis­se sei­en jedoch eine wich­ti­ge Grund­la­ge für wei­te­re Stu­di­en mit mehr Teil­neh­me­rin­nen.

Quel­le:

  • European Asso­cia­ti­on of Uro­lo­gy, http://eau18.uroweb.org/wives-of-many-prostate-cancer-sufferers-made-ill-or-feel-undermined-by-the-disease (Abruf: 09.04.2018)

Datum: 09.04.2018

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