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Prostatakrebs und Erektile Dysfunktion – das hilft!

31. März 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüft

Die Erektile Dysfunktion trifft viele Männer mit Prostatakrebs nach einer Operation oder Bestrahlung. Lesen Sie, welche Therapiemöglichkeiten es bei Erektionsstörungen und Impotenz gibt und wie Sie Ihr Sexualleben wieder zurückgewinnen.

Kurzübersicht

  • Was ist Erektile Dysfunktion (ED)? Eine Störung der Erektion, auch Impotenz genannt, meist durch eine Prostata-Operation oder Bestrahlung bei Prostatakrebs, bei der Nerven geschädigt werden
  • Wie häufig? Betrifft bis zu 40 Prozent aller Männer nach einer radikalen Prostatektomie, auch nach Strahlentherapie und bei Hormontherapie möglich, es gibt verschiedene Behandlungen
  • PDE-5-Hemmer, beispielsweise die Wirkstoffe Sildenafil, Vardenafil, Avanafil oder Tadalafil – Kassen übernehmen die Kosten für die ED-Medikamente nicht
  • SKAT und MUSE: Medikamente, die Männer lokal direkt am Penis anwenden – ebenfalls eine Selbstzahlerleistung
  • Mechanische Erektionshilfen: Vakuumpumpe und Penisring – Kassen übernehmen die Kosten dafür
  • Beckenbodentraining (Physiotherapie): Kann manchen Männern helfen und ist medizinisch empfohlen – Kassen beteiligen sich manchmal an den Kosten für physiotherapeutisches ED-Training, evtl. kombiniert mit Biofeedback oder Elektrostimulation
  • Schwellkörperimplantate: Penisprothesen werden nur noch selten eingesetzt, Kassen übernehmen die Kosten, ist aber ein chirurgischer Eingriff
  • Lebensstil: Gesund essen, Übergewicht abbauen, nicht rauchen, wenig Stress, viel Bewegung
  • Hilfe finden: Es gibt einige Selbsthilfegruppen und Informationsportale

Was ist Erektile Dysfunktion bei Prostatakrebs?

Erektile Dysfunktion (Impotenz, abgekürzt ED) bedeutet, dass ein Mann keine ausreichende Erektion mehr bekommen kann, um den normalen Geschlechtsverkehr auszuüben. Die Erektile Dysfunktion ist eines der häufigsten Probleme, mit denen Männer mit Prostatakrebs zu kämpfen haben. Vor allem nach einer Prostata-Operation, der radikalen Prostatektomie, sind Erektionsstörungen keine Seltenheit.  Aber auch nach einer Strahlentherapie können sie auftreten – wenn auch seltener. 

So erfahren ein Chirurg oder eine Chirurgin auch ist: Es besteht die Gefahr, dass bei der Prostata-OP Nerven und Blutgefäße verletzt werden, die für eine normale Erektion wichtig sind. Daneben kann nach einer Operation auch der Penis verkürzt sein. Dies beeinträchtigt die Sexualität ebenfalls.
Eine Erektile Dysfunktion kratzt nicht nur am männlichen Selbstverständnis, sondern beeinflusst meist auch die Partnerschaft, Sexualität und die Lebensqualität erheblich. Umfragen zufolge sind Potenzstörungen und Inkontinenz die Probleme, unter denen Männer mit Prostatakrebs am stärksten leiden.

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Randazzos Sex-Talk: Sex  nach Prostata-OP Headerbild Prostatahilfe Deutschland

Wie häufig ist Erektile Dysfunktion bei Prostatakrebs?

Seit der Einführung der nervenschonenden Prostatektomie gibt es zwar deutliche Verbesserungen, was die Erektile Dysfunktion angeht: Zuvor lag die Rate dieser Nebenwirkung bei nahezu 100 Prozent. Dank der nervenschonenden Operationstechnik ließ sie sich auf 19 bis 40 Prozent senken, so die aktuelle Leitlinie „Prostatakarzinom“. 

Trotzdem bleibt die Impotenz nach einer Krebsoperation für viele Männer und ihre Partnerschaft ein Problem. Auch die Strahlentherapie kann der männlichen Potenz zusetzen. Allerdings kommt die Erektile Dysfunktion nach einer Bestrahlung seltener vor als nach der OP. Darüber hinaus bedeutet eine Hormontherapie  manchmal, dass das Interesse am Sex und die Lust nachlassen.

Die Erektile Dysfunktion kann sich mit der Zeit wieder bessern. Manchmal dauert es einige Wochen oder Monate, bis eine Erektion wieder möglich ist und ein Mann sie ausreichend lange aufrechterhalten kann. 

Zwischen Ärzten, Ärztinnen und ihren Patienten gibt es jedoch gravierende Unterschiede in der Einschätzung, wie gut die Versorgung bei Erektionsproblemen ist. Während Fachleute diese oft als ausreichend ansehen, wünschen sich die betroffenen Männer mehr Aufklärung und Therapien. In der urologischen oder onkologischen Reha besteht ein hoher Beratungs- und Behandlungsbedarf - und zwar unabhängig vom Alter und vorhandenen Begleiterkrankungen. 

Eine Studie ergab laut der aktuellen Leitlinie „Prostatakarzinom“ folgendes Bild:

  • Fast alle Patienten (95 Prozent) nahmen zumindest einmal eine Beratung in Form eines Fachvortrags in Anspruch. 
  • Eine individuelle sexualmedizinische Beratung nahmen 68 Prozent der Männer wahr - 71 Prozent davon probierten ein Hilfsmittel aus. Bei 69 Prozent dieser Patienten war die Rehabilitation bezüglich ihrer Erektilen Dysfunktion erfolgreich.

 

Ein Großteil der Männer wünscht sich eine Therapie der Impotenz. Die Mehrzahl bevorzugt die Behandlung mit Medikamenten, mit sogenannten Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmer). Auch eine Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT) und Vakuumerektionshilfen kommen für viele Männer in Frage. 

Eine Erektionsschwäche müssen Sie also nicht einfach so hinnehmen. Aber:

  • Probieren Sie nicht einfach Potenzmittel oder andere Hilfsmittel auf eigene Faust im stillen Kämmerchen aus.
  • Lassen Sie sich immer ausführlich von Fachleuten aus der Urologie oder in der Rehabilitation beraten.
  • Trauen Sie sich, die Erektile Dysfunktion zu thematisieren – auch in Ihrer Partnerschaft.

 

Es gibt heute verschiedene Therapiestrategien, um Ihnen wieder ein möglichst normales Sexualleben zu ermöglichen. Oft kombinieren Ärztinnen und Ärzte mehrere Behandlungen miteinander, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Nervenreparatur

Lassen sich beschädigte Nerven mit einem Medikament reparieren? Daran arbeiten Forschende! 

Prostata Hilfe Deutschland: Illustration Nervenzellen
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Medikamente gegen Erektile Dysfunktion: PDE-5-Hemmer 

Eine Erektile Dysfunktion lässt sich mit Medikamenten behandeln. Ärzte und Ärztinnen setzen sogenannte PDE-5-Hemmer  in niedrigen Dosierungen ein, oft schon direkt nach der Operation. Sie heißen auch Phosphodiesterase-5-Hemmer oder PDE-5-Inhibitoren. 

Die Medikamente erweitern die Gefäße im Penis, indem sie die Arbeit eines bestimmten Enzyms blockieren, der Phosophodiesterase 5. So sorgen die Arzneien dafür, dass vermehrt Blut in die Schwellkörper des Penis strömt beziehungsweise es weniger schnell abfließt. Männer erreichen schneller eine Erektion und können diese länger aufrechterhalten. 

Häufig eingesetzte Wirkstoffe aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer sind Sildenafil, Vardenafil, Avanafil oder Tadalafil. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Männer mit einer Erektilen Dysfunktion die Therapie mit einem PDE-5-Hemmer anderen Behandlungen vorziehen. In vielen Fällen lässt sich die Erektionsfähigkeit so wieder verbessern. Die Tabletten nehmen sie in der Regel täglich ein. Auch die Einnahme nur bei Bedarf scheint nach neuen Erkenntnissen zumindest nicht unterlegen zu sein.

PDE-5-Hemmer sind jedoch nicht wirksam, wenn die Nervenbündel im Penis bei der Operation vollständig durchtrennt wurden. Die Nerven müssen also noch in Takt sein. PDE-5-Hemmer sind übrigens keine Lustpillen, wie viele glauben. Sie kurbeln nicht die sexuelle Erregung an. Wenn Sie emotional nichts empfinden, können die Medikamente auch nichts ausrichten.

Zu beachten ist jedoch, dass PDE-5-Hemmer einige unerwünschte Wirkungen auf das Herz und den Kreislauf haben können. Vor allem ältere Herren sollten diese unerwünschten Wirkungen im Blick haben und die Vorteile und Risiken gemeinsam mit dem Behandlungsteam gut gegeneinander abwägen.

Bezahlt die Krankenkasse die Medikamente?

Ein Wermutstropfen für betroffene Männer ist: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwar die Kosten für Untersuchungen und Test, die zur Diagnose der Erektilen Dysfunktion nötig sind. Aber seit dem Jahr 2004 stufen die Krankenkassen Medikamente gegen Erektile Dysfunktion als „Lifestyle-Medikamente“ ein. Das heißt: Sie übernehmen die Kosten dafür nicht. Sie müssen die Medikamente also selbst bezahlen. Bei den privaten Krankenversicherungen hängt es von Ihrem Vertrag ab, ob sie die Kosten übernehmen. Fragen Sie also vorher immer bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung nach, um Klarheit zur Kostenübernahme zu schaffen.

SKAT und MUSE bei Erektionsstörungen

Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten, mit denen sich die Erektile Dysfunktion medikamentös behandeln lässt: SKAT und MUSE. Beide funktionieren über den körpereigenen Botenstoff Alprostadil (Prostaglandin E1). Dieser sorgt dafür, dass die Muskelzellen in den Penisarterien erschlaffen, sich die Gefäße erweitern und Blut in den Penis einströmt.

Was ist SKAT? SKAT ist die Abkürzung für Schwellkörper-Autoinjektionstherapie. Mit Hilfe einer dünnen Nadel injizieren Sie sich den Wirkstoff Alprostadil selbst in den Schwellkörper. Vielleich kostet Sie das zunächst Überwindung, aber mit ein wenig Übung ist dies für die meisten Männer kein Problem mehr. Nach etwa 10 bis 20 Minuten tritt die Erektion ein, die nicht länger als eine Stunde anhalten sollte.

Was bedeutet MUSE? Das Kürzel MUSE steht für „Medikamentöses Urethrales System zur Erektion“. Dabei führen Sie ein Stäbchen mit Hilfe eines Applikators in die Harnröhre ein. Durch leichtes Massieren löst sich das Medikament vor Ort auf, gelangt und die Schwellkörper und erzeugt einige Minuten später eine Erektion.

Lassen Sie sich beide Techniken und die Handhabung von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zeigen. Ihr Behandlungsteam legt gemeinsam mit Ihnen die individuelle Dosis fest. Denn: Eine Nebenwirkung von SKAT und MUSE sind schmerzhafte Dauererektionen, wenn Sie das Medikament zu hoch dosieren. Sie müssen sofort einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, der ein „Gegenmittel“ in die Schwellkörper einbringt und die Erektion stoppt. Der größte Pluspunkt von SKAT und MUSE ist, dass beide Methoden auch bei geschädigten oder durchtrennten Nerven funktionieren.

Sind MUSE und SKAT eine Kassenleistung?

Wie auch bei den PDE-5-Hemmer bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die SKAT und MUSE als medikamentöse Behandlung nicht. Bei privaten Krankenversicherungen (PKV) lohnt es sich aber nachzufragen.

Mechanische Erektionshilfen: Vakuumpumpe und Penisring

Für Männer, die keine Medikamente einnehmen möchten oder dürfen, sind Vakuumerektionshilfen eine gute Möglichkeit. Sie zählen zu den ältesten Methoden bei Erektiler Dysfunktion. Dabei schieben Sie den Penis in einen Plastikzylinder, erzeugen mit Hilfe einer Vakuumpumpe einen Unterdruck und saugen so Blut in den Penis. Um die Wurzel des Penis legen Sie danach einen Penisring. Dieser „staut“ das Blut im Penis und sorgt dafür, dass es nicht so schnell abfließt und der Penis wieder erschlafft. 

Tipps:

  • Wählen Sie den Ring anfangs nicht zu klein, sonst kann die Anwendung schmerzen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Größen.
  • Nach spätestens 30 Minuten entfernen Sie den Penisring wieder, damit die Schwellkörper wieder normal durchblutet werden.
    Manche Männer empfinden die Vakuumpumpe jedoch als „sperrig“, umständlich in der Handhabung und wenig lustfördernd. Der Vorteil ist jedoch, dass sie besonders nebenwirkungsarm ist. Sie eignet sich zum Beispiel, wenn Paare gut vertraut miteinander sind.

 

Bezahlen die Krankenkassen mechanische Erektionshilfen?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die mechanischen Erektionshilfen.

Beckenbodentraining bei Erektiler Dysfunktion

Das Beckenbodentraining im Rahmen der Physiotherapie ist bei Erektiler Dysfunktion auf jeden Fall einen Versuch wert. In Studien zeigte es gute Erfolge, weshalb auch die Leitlinien zu Prostatakrebs das physiotherapeutische Training gegen die Erektile Dysfunktion in Kombination mit anderen Behandlungen empfehlen.

Die Beckenbodenmuskulatur ist äußerst wichtig, um eine Erektion entstehen zu lassen und diese aufrechtzuerhalten. Beteiligt sind vor allem der Musculus ischiocavernosus und der Musculus bulbospongiosus. Beide sind wichtige Mitspieler, um den schnellen Blutabfluss aus den Schwellkörpern zu verhindern und in diesen einen ausreichend hohen Druck zu erzeugen.

Tipps:

  • Am besten erlernen Sie das Beckenbodentraining unter der Anleitung eines Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin, damit Sie die Übungen anschließend auch richtig ausführen. Denn vermutlich wissen Sie – wie wohl die meisten Männer – nicht, wo diese Muskeln überhaupt liegen.
  • Versuchen Sie zunächst, ein Gefühl für diese Muskeln bekommen und lernen Sie, diese gezielt anzuspannen.
    Wenn Sie die Übungen jedoch beherrschen, können Sie das Beckenbodentraining überall durchführen – zu Hause, im Büro am Schreibtisch oder in der U Bahn.

 

Elektrostimulation und Biofeedback

Es gibt schwache Hinweise darauf, dass ein spezielles physiotherapeutisches Training plus Elektrostimulation beziehungsweise Biofeedback dabei helfen kann, die Potenz wiederzuerlangen. Die Autorinnen und Autoren der Leitlinie empfehlen, das Verfahren unter urologischer Aufsicht während der Rehabilitation praktisch zu erproben. 

Zahlt die Krankenkasse das Beckenbodentraining?

Fragen Sie auf jeden Fall bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse nach. Manche beteiligen sich an den Kosten und gewähren einen Zuschuss.

Schwellkörperimplantate (Penisprothesen)

Schwellkörperimplantate bedeuten einen operativen Eingriff, bei dem ein Chirurg oder eine Chirurgin die Schwellkörper durch künstliche Prothesen ersetzt. Solche Penisprothesen sind die letzte Möglichkeit bei Erektiler Dysfunktion. Da heute andere, wirksamere Behandlungsmöglichkeiten bei Erektiler Dysfunktion zur Verfügung stehen, haben Schwellkörperimplantate an Bedeutung verloren.

Sie kommen nur in Frage, wenn die Schwellkörper geschädigt sind und Medikamente oder andere Behandlungen nicht (mehr) möglich sind. Es gibt zwei verschiedenen Modelle: Hydraulisch aufpumpbare Implantate und biegsame Stabprothesen aus Silikon. Zu beachten ist, dass jede Operation wiederum Risiken birgt und Nebenwirkungen verursachen kann.

Sind Penisprothesen eine Kassenleistung?

Die Kosten für ein Schwellkörperimplantat übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Erektile Dysfunktion – das können Sie selbst tun!

Sie können auch selbst einiges tun, um die Erektile Dysfunktion zu verbessern. Und dabei zählt ein gesunder Lebensstil. Denn dieser beugt der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) vor, die auch die Gefäße im Penis betrifft.

  • Bewegen Sie sich regelmäßig und seien Sie körperlich möglichst viel aktiv! Gut sind 30 Minuten Bewegung pro Tag, am besten an allen Tagen der Woche. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen wirklich Spaß macht. Ratsam sind Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren, Wandern, Schwimmen oder Nordic Walking.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen: Viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, pflanzliche statt tierischer Fette, mehr Fisch als Fleisch und Wurst, kalorienarme Getränke und möglichst wenig Alkohol.
  • Übergewicht abbauen: Wenn Sie übergewichtig oder fettleibig (adipös) sind, versuchen Sie einige überflüssige Pfunde loszuwerden. Das gelingt am besten mit einer gesunden Ernährung und Sport. Auch eine Ernährungsberatung kann hilfreich sein. 
  • Rauchen Sie nicht und wenn Sie Raucher sind: Versuchen Sie es aufzuhören. Denn Rauchen vermindert die Durchblutung und die Versorgung von Organen und Geweben mit Sauerstoff und Nährstoffen. 
  • Stress abbauen: Sorgen Sie für mehr Entspannung in Beruf und Alltag und nehmen Sie sich immer wieder Auszeiten. Am besten erlernen Sie eine Entspannungsmethode wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder Yoga.

 

Ernährung

Wie pflanzliche Ernährung der Potenz nach einer Prostatakrebsbehandlung helfen kann.

Prostata Hilfe Deutschland: Foto mit Roten Rüben
(c) Desertrose7/Pixabay

Allgemeine Tipps bei Erektiler Dysfunktion

Für welche Behandlung oder Maßnahme Sie sich auch immer bei Erektiler Dysfunktion entscheiden – hier finden Sie einige allgemeine Tipps!

  • Informieren Sie sich umfassend über die Behandlungsmöglichkeiten und lassen Sie sich von einem Arzt oder einer Ärztin beraten, Beziehen Sie auch ihre Partnerin oder Ihren Partner mit ins Gespräch ein. Dann entscheiden Sie gemeinsam nach Ihren Vorlieben. Wichtig ist, dass die Behandlung zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt.
  • Manchmal brauchen Sie ein wenig Geduld, um mit den einzelnen Methoden bei Erektiler Dysfunktion gut klarzukommen. Werfen Sie nicht sofort die Flinte ins Korn und geben Sie auf, wenn etwas nicht sofort klappt – Übung macht manchmal den Meister.
  • Lassen Sie sich Zeit und setzen Sie sich nicht unter Druck – bei Erektiler Dysfunktion ist Stress kontraproduktiv.
  • Manchmal erholen sich die Nerven auch nach einer gewissen Zeit wieder. Auch hier kann sich Geduld lohnen.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über die Erektile Dysfunktion. Oft machen es Offenheit und Ehrlichkeit leichter und wirken sich sogar positiv auf die Partnerschaft aus.
  • Kaufen Sie keine vermeintlichen Potenzpillen aus zweifelhaften Quellen im Internet. Sie enthalten oft nicht das, was sie versprechen. Im besten Fall sind die Wirkstoffe in niedrigerer Dosierung enthalten, im schlimmsten Fall sind gesundheitlich schädliche Stoffe beigemengt.
  • Vielleicht schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an? Dort treffen Sie Männer, denen es vielleicht genauso geht wie Ihnen. Manchmal haben sie auch Tipps parat, die Sie ausprobieren können.

 

Erektile Dysfunktion – wo finde ich Hilfe und Adressen? 

Bei einer Erektilen Dysfunktion können folgende Adressen und Infos weiterhelfen:

 

FAQs: Prostatakrebs und Impotenz

Ist man impotent, wenn die Prostata entfernt wird?

Wenn die Prostata entfernt wird, kann ein Mann impotent werden - aber nicht, weil die Prostata fehlt, sondern weil im Rahmen der Operation Nerven verletzt werden können, die für die Erektion wichtig sind. Manchmal kehrt die Potenz wieder zurück, ansonsten gibt es viele Therapiemöglichkeiten bei Erektiler Dysfunktion, zum Beispiel Medikamente.

Wie lange dauert die Erektile Dysfunktion nach einer Prostata-OP?

Es lässt sich nicht allgemein sagen, die lange die Erektile Dysfunktion nach einer Prostatektomie dauert. Die Sexualfunktion kann sich innerhalb von wenigen Monaten erholen, manchmal dauert es aber auch Jahre, bis sich die Erektionsfähigkeit wieder verbessert. Manchmal bleiben die Erektionsstörungen aber auch dauerhaft bestehen.

Kann man nach einer Prostataoperation noch sexuell aktiv sein?

Männer können in jedem Fall nach einer Prostata-OP weiterhin sexuell aktiv sein. Die sexuelle Aktivität beschränkt sich ja nicht nur auf den Geschlechtsverkehr, sondern es sind noch viele weitere Spielarten beim Sex möglich. Untersuchungen von Männer (6 und 12 bis 18 Monate nach einer Behandlung) zeigen, dass  35 bis 36 Prozent der operierten Männer sexuell aktiv sind.

Wirkt Sildenafil (Viagra) auch, wenn man keine Prostata hat?

Der Wirkstoff Sildenafil eignet sich auch, wenn man keine Prostata hat, denn die Prostata ist nicht für die Erektion zuständig. Vielmehr spielen Prozesse im Penis eine Rolle: Dort muss genügend Blut hineinströmen, damit der Penis fest wird – und es auch eine Zeit lang bleibt. Medikamente aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer erweitern die Gefäße im Penis. Blut strömt hinein und nicht so schnell wieder hinaus, sodass der Penis nicht schlaff wird.

Können Erektionsnerven nachwachsen?

Nerven für die Erektion können zwar nicht nachwachsen, aber sie können sich regenerieren und erholen. Dies braucht jedoch Zeit und Geduld und funktioniert auch nicht in allen Fällen – je nach Ausmaß der Nervenschädigung. Bei Prostatakrebs versuchen Ärztinnen und Ärzte immer, möglichst nervenschonend und präzise zu operieren, um die Nerven zu schützen. Forschende arbeiten im Labor auch daran, beschädigte Nerven wieder zu reparieren und so funktionstüchtig zu machen. 

Was ist das beste Erektionsmittel nach einer Prostatektomie?

Ärztinnen und Ärzte empfehlen in der Leitlinie zu Prostatakrebs, eine Erektile Dysfunktion mit Medikamenten als Erektionsmittel zu behandeln. Mögliche Wirkstoffe sind Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil. Wirken Medikamente nicht ausreichend oder gibt es Gründe, die gegen eine Medikamenteneinnahme sprechen, sind andere Therapien und Hilfsmittel verfügbar.  

Quellen: