Prostatakrebs: Wie stellt der Pathologe den Befund?

Wor­auf ach­tet der Patho­lo­ge bei der Unter­su­chung der Pro­sta­ta? Wor­um geht es bei der Unter­su­chung, und was sagt der Befund aus? Der Würz­bur­ger Patho­lo­ge Andre­as Rosen­wald gibt Ant­wor­ten im Video-Inter­view. Von Mar­ti­na Häring

Auf den Befund aus der Patho­lo­gie war­ten Uro­lo­gen und Pati­en­ten meist mit gro­ßer Ner­vo­si­tät und Anspan­nung. Wir haben für Sie in der Würz­bur­ger Patho­lo­gie gedreht! Erfah­ren Sie, wie ein Patho­lo­ge den Befund genau erstellt.

Worauf achtet der Pathologe beim Befund?

Bei der Erstel­lung des patho­lo­gi­schen Befunds der Pro­sta­ta sind drei Din­ge wich­tig, erklärt der Würz­bur­ger Patho­lo­ge Prof. Andre­as Rosenwald:

  1. Zunächst geht es dar­um, dem Krebs einen Namen zu geben. Das sei bei Pro­sta­ta­krebs nicht so schwie­rig, da es sich in der Regel um ein soge­nann­tes Ade­no­kar­zi­nom han­delt – also einen Tumor, der sei­nen Aus­gang von Drü­sen­ge­we­be nimmt.
  2. Außer­dem bestimmt der Patho­lo­ge die Aus­deh­nung des Tumors in dem Prä­pa­rat – also der Pro­sta­ta. Er stellt fest, ob der Tumor bereits eine Meta­sta­se (Toch­ter­ge­schwulst) gebil­det hat, bei­spiels­wei­se in einem Lymph­kno­ten. Oft ent­fer­nen Chir­ur­gen wäh­rend der radi­ka­len Pro­sta­tek­to­mie zusätz­lich zur Pro­sta­ta eini­ge Lymph­kno­ten aus dem umlie­gen­den Bereich. Außer­dem unter­sucht der Patho­lo­ge, wie aggres­siv der Pro­sta­ta­krebs ist.
  3. Abschlie­ßend macht sich der Patho­lo­ge ein Bild davon, ob der Chir­urg den Tumor bei der Ope­ra­ti­on kom­plett ent­fernt hat. „Das sind genau die Fra­gen, die unse­re kli­ni­schen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen beant­wor­tet haben möch­ten“, erklärt Rosenwald.
Prostata unter dem Mikroskop
Wer­fen Sie im Video einen Blick hin­ter die Kulis­sen der Patho­lo­gie! Erfah­ren Sie, was dort mit der Pro­sta­ta passiert. 

Befund: zwei bis vier Tage Nervenanspannung

Für einen Befund mit sämt­li­chen Infor­ma­tio­nen und Cha­rak­te­ris­ti­ka des Kreb­ses benö­tigt der Patho­lo­ge etwa zwei bis vier Werk­ta­ge. Dann hat er eine Art „Fin­ger­ab­druck des Tumors“ erstellt mit Infor­ma­tio­nen zu:

  • Tumor­art
  • Grö­ße
  • Sta­di­um und Ausdehnung
  • Aggres­si­vi­tät
  • Vor­han­den­sein von Metastasen
  • kom­plet­te Ent­fer­nung des Kreb­ses: Im Rand­saum des Prä­pa­ra­tes dür­fen kei­ne Krebs­zel­len mehr nach­weis­bar sein. Ärz­te sagen dazu auch, der Krebs wur­de „im Gesun­den entfernt“.

Enge Absprache mit dem Urologen beim Befund

Hat der Patho­lo­ge Schwie­rig­kei­ten beim Befund, hält er immer Rück­spra­che mit dem Uro­lo­gen, der den Pati­en­ten ope­riert hat. Gemein­sam dis­ku­tie­ren sie offe­ne Fra­gen und erstel­len schließ­lich gemein­sam einen Befund. Auch im Rah­men der  Tumor­kon­fe­ren­zen kom­men pro­ble­ma­ti­sche Fäl­le zur Bespre­chung auf den Tisch. Hier tref­fen sich Ärz­te unter­schied­li­cher Fach­rich­tun­gen, um Pati­en­ten indi­vi­du­ell die Dia­gno­se und Behand­lungs­mög­lich­kei­ten zu bespre­chen.

Datum: 01.05.2018
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